Musik als Therapie: So trotzt Tony Christie seiner Demenz
Tony Christie, der Kultsänger hinter dem Hit "(Is This The Way To) Amarillo", teilte kürzlich bewegende Einblicke in sein Leben mit Demenz. Trotz der Diagnose, die er 2023 erhielt, bleibt der inzwischen 82-Jährige ein unermüdlicher Künstler und steht weiterhin auf der Bühne. In einem Gespräch mit dem Mirror betonte Tony die Bedeutung von Musik, insbesondere zur Weihnachtszeit, für seine Familie und sein Wohlbefinden: "Ich bin ein legendärer Sänger mit Demenz, dieses Weihnachten gibt es ein Geschenk, das mir die Krankheit nicht nehmen kann." Seine Ehefrau Sue und seine Enkelin Deià helfen ihm dabei, Songs wiederzuentdecken, die seit Jahrzehnten ein Teil seines Lebens sind. "Musik bringt Erinnerungen zurück, die man verloren geglaubt hat", erklärte er. Ein besonderer Moment war beispielsweise, als Deià ihm Musik der Ink Spots vorspielte – eine Band, die sein Vater einst hörte.
Tony ist außerdem Botschafter der Organisation Music for Dementia und erwähnte deren neuesten Weihnachts-Werbespot "Give the Music Back", der zeigen soll, wie wichtig der Zugang zu Musik für Menschen mit Demenz ist: "Sie bringt Ruhe, wenn Angst aufkommt. Und vor allem erinnert sie einen daran, dass man immer noch man selbst ist", betonte der Künstler. Die wohltätige Organisation betreibt den Radiosender m4dRADIO, der Musik von den 1940er- bis zu den 1980er-Jahren ohne Unterbrechung anbietet. Dieses Angebot ist nicht nur kostenlos, sondern auch speziell für ältere Menschen konzipiert, die oft keinen Zugang zu moderner Streaming-Technologie haben. Tony ermutigt Familien, mit Betroffenen gemeinsam zuzuhören, Playlists zu gestalten und einfache technische Hilfsmittel wie sprachgesteuerte Lautsprecher zu nutzen: "Ich habe gesehen, was Musik bewirken kann. Sie verbindet meine Familie, verbindet Generationen und weckt längst vergessene Erinnerungen."
Bereits zu Beginn seiner Diagnose sprach Tony offen über seinen Umgang mit der Krankheit, während er sich von seiner Leidenschaft für Musik leiten ließ. Seit langem nutzt er technische Unterstützung wie Teleprompter, um sich Texte während seiner Auftritte zu vergegenwärtigen. Musik ist für ihn weit mehr als Unterhaltung – sie ist Identität und Erinnerung. "Ich bin einer der Glücklichen. Ich kann immer noch fast jeden Tag singen – durch meine Auftritte bleibe ich mit den Liedern verbunden, die seit Jahrzehnten Teil meines Lebens sind", schwärmte er im Interview mit The Mirror. Besonders zur Weihnachtszeit, wenn Familien zusammenkommen, erinnert Tony daran, wie Lieder generationsübergreifende Brücken schlagen können. Mit seiner Botschaft inspiriert Tony andere, Musik als Werkzeug gegen die Isolation der Demenz zu nutzen und Momente der Verbundenheit zu schaffen.








