Alex Honnolds Live-Event: Das hätte Netflix bei Sturz getan

Alex Honnolds Live-Event: Das hätte Netflix bei Sturz getan

- Lisa Federschmidt
Lesezeit: 2 min

Ein Live-Stunt mit Gänsehaut-Garantie und Zitterfaktor bis zur letzten Sekunde: Alex Honnold (40) hat beim Netflix-Event "Skyscraper Live" in Taipeh den Taipei 101 ohne Sicherung in Angriff genommen, während Millionen weltweit zuschauten. Mit dabei: Moderatorin Elle Duncan, die durch die Übertragung führte und das Publikum an die Bildschirme fesselte. Ort, Zeit, Team – alles war auf maximale Spannung getaktet, denn die Kameras verfolgten den Extremkletterer aus mehreren Perspektiven direkt an der Glas- und Stahlfassade des 508-Meter-Giganten. Was keiner vor dem Bildschirm sah: Hinter den Kulissen lag ein Notfallplan bereit. Und der hatte es in sich.

Elle verriet im Podcast "Awful Announcing", dass sie kurz vor Sendestart eine Karte in die Hand gedrückt bekam – eine vorformulierte Ansage für den absoluten Albtraum. "Es sagt einiges aus, wenn dir fünf Minuten, bevor du live gehst, jemand eine Karte zusteckt, auf der steht, was du sagen sollst, falls jemand vom Gebäude fällt und stirbt", sagte sie. Die Anweisung lautete demnach sinngemäß: "Wir haben einen Sturz erlebt, werden jetzt Off Air gehen und euch so bald wie möglich über Alex' Zustand informieren". Möglich gemacht hätte die Krisenreaktion eine zehnsekündige Verzögerung im Stream, die den Verantwortlichen Zeit verschafft hätte, sofort auf weite Einstellungen umzuschalten und den Moment des Sturzes auszublenden.

Alex ist für Projekte jenseits der Komfortzone bekannt, und genau diese Furchtlosigkeit treibt seine Fans immer wieder in Scharen vor die Bildschirme. Schon vor dem Hochhaus-Stunt kursierten Details zu Uhrzeit, Ort und der waghalsigen Free-Solo-Idee, die ihn an einer glatten Fassade Stockwerk um Stockwerk nach oben führen sollte. Hinter den Kameras verlässt sich der Kletterstar gern auf einen kleinen Kreis Vertrauter, während die Öffentlichkeit seine Disziplin zwischen Ehrfurcht und Nervenkitzel feiert. Viele, die Alex seit Jahren verfolgen, beschreiben ihn als jemanden, der Routinen liebt, akribisch plant und trotz aller Kühnheit erstaunlich ruhig bleibt – Qualitäten, die bei einer nächtlichen Live-Show in luftiger Höhe mehr zählen als jeder Applaus.

Alex Honnold in "Explorer: The Last Tepui" bei einer Erstbegehung an einer Tepui-Felswand
Imago
Alex Honnold in "Explorer: The Last Tepui" bei einer Erstbegehung an einer Tepui-Felswand
Alex Honnold klettert am Taipei 101 in Taipeh, Taiwan, am 25. Januar 2026
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Alex Honnold klettert am Taipei 101 in Taipeh, Taiwan, am 25. Januar 2026
Alex Honnold bei der Gala-Vorführung von "Free Solo" im BFI Southbank, London
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Alex Honnold bei der Gala-Vorführung von "Free Solo" im BFI Southbank, London
Der Crash-Plan bei Skyscraper Live: Wie bewertet ihr die 10‑Sekunden-Verzögerung im Stream?