Marius Borg Hoiby muss bis Prozess-Ende in U-Haft bleiben

Marius Borg Hoiby muss bis Prozess-Ende in U-Haft bleiben

- Lisa Federschmidt
Lesezeit: 2 min

Marius Borg Høiby (29), der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52), muss bis zum Ende seines laufenden Prozesses in Untersuchungshaft bleiben. Wie Staatsanwalt Sturla Henriksbø gegenüber Bild bestätigte, wird die U-Haft nach norwegischem Recht automatisch verlängert, sobald ein Verfahren begonnen hat. Der 29-Jährige steht derzeit in Oslo vor Gericht und ist in 38 Punkten angeklagt, darunter Vergewaltigung. Seit dem 1. Februar sitzt er im Osloer Gefängnis, nachdem er sich seine Freiheit durch einen nächtlichen Übergriff auf eine Frau verspielte – und das nur wenige Tage vor Prozessbeginn. "Er wird also weiterhin in Haft bleiben, es sei denn, es tritt etwas Unvorhersehbares ein", erklärte der Staatsanwalt.

Der Prozess gegen Marius soll am 19. März mit den Schlussplädoyers enden. Danach ziehen sich der Richter und die beiden Schöffen zur Urteilsfindung zurück. Henriksbø erläuterte, dass der Angeklagte bis maximal vier Wochen nach Abschluss des Verfahrens in U-Haft bleibt. Eine Ausnahme bestünde nur dann, wenn die Dauer der Haft in einem Missverhältnis zu den Anschuldigungen stünde – hierfür sieht das Gericht derzeit jedoch keinen Anlass. Der Staatsanwalt zeigte sich zufrieden mit dem bisherigen Prozessverlauf und lobte den Mut der Opfer: "Sie haben über sehr intime Details gesprochen und wirkten in ihren Schilderungen der Taten, die er ihnen angetan haben soll, äußerst glaubwürdig." Während der Pausen befindet sich Marius in einer Zelle im Untergeschoss des Gerichtsgebäudes, wo er in einer Einzelzelle untergebracht ist und normale Straßenkleidung trägt.

Trotz seiner Verbindung zur königlichen Familie erhält Marius keine Sonderbehandlung. "Ich behandle ihn wie jeden anderen Prominenten, der schwerer Straftaten beschuldigt wird", stellte Henriksbø klar. Kronprinz Haakon (52) und Kronprinzessin Mette-Marit müssen nicht vor Gericht aussagen, da sie während der mutmaßlichen Taten nicht anwesend waren und somit keine Augenzeugen sind. Zudem gilt in Norwegen das Recht von Eltern, die Aussage zu verweigern, wenn es um ihr eigenes Kind geht. Der Staatsanwalt betonte, dass er bislang keinerlei Kontakt zur königlichen Familie hatte und dass sich dieser Fall lediglich durch das enorme Medieninteresse von anderen schweren Strafverfahren unterscheidet.

Marius Borg Høiby in Oslo, Juni 2022
Getty Images
Marius Borg Høiby in Oslo, Juni 2022
Gerichtszeichnung: Marius Borg Hoiby während des Prozesses am Osloer Bezirksgericht am 5. Februar 2026
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Gerichtszeichnung: Marius Borg Hoiby während des Prozesses am Osloer Bezirksgericht am 5. Februar 2026
Marius Borg Høiby bei der Feier zum Nationalfeiertag in Skaugum, Norwegen
Imago
Marius Borg Høiby bei der Feier zum Nationalfeiertag in Skaugum, Norwegen
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