Marius Borg Høiby überrascht mit Aussage über Vater Morten
Am siebten Verhandlungstag im Prozess gegen Marius Borg Høiby (29) wurde es plötzlich persönlich: In Oslo schilderten mehrere Zeuginnen und Zeugen, was in der Nacht vom 8. Oktober 2023 auf den Lofoten passiert sein soll, während das Gericht weitere Punkte der insgesamt 38 Anklagepunkte beleuchtete. Im Raum stehen vier Vergewaltigungsvorwürfe, dazu Körperverletzung und Drogendelikte. Besonders aufmerksam lauschte der Saal, als eine Zeugin eine bemerkenswerte Aussage von Marius wiedergab – eine Bemerkung über seinen Vater Morten Borg. Anwesend waren neben dem Angeklagten auch seine Verteidiger Ellen Holager Andenæs und Petar Sekulić. Der Tag startete mit Schilderungen zur Stimmung auf der Party, zum Alkoholkonsum und zu den Begegnungen, die Marius zuvor gemeinsam mit Haakon (52) auf einem Surftrip nach Henningsvær geführt hatte.
Im Laufe der Befragungen beschrieb die erste Zeugin Marius als betrunken und "unangenehm", wie die norwegische Zeitung VG berichtet. Sie habe Alkohol im Spiel gesehen, aber "keine weißen Streifen", also kein Kokain. Später zeichnete eine zweite Zeugin den Ablauf der Nacht nach, sprach von Unruhe, häufigem Rein-und-Rausgehen und davon, dass die "Lofoten-Frau" nach einvernehmlichem Sex schlafen wollte, Marius jedoch "einfach weitermachen" wollte. Dieselbe Zeugin erklärte außerdem, warum das mutmaßliche Opfer zunächst schwieg: "Die Dinge sind nicht schlimm, bevor sie schlimm sind. Sie will niemandem zur Last fallen", sagte sie. Dann der Satz, der für Raunen sorgte: "Er sagte, Papa sei im Gefängnis gewesen und deshalb sei er so geworden, wie er ist", wird die Frau mit Blick auf eine angebliche Aussage von Marius über Morten Borg zitiert, der in den 90er-Jahren wegen Gewalt- und Drogendelikten vorbestraft gewesen sein soll. Ein weiterer Zeuge, der im Zimmer nebenan schlief, berichtete, er habe nur Bettgeräusche als "Sex" gedeutet, Stimmen jedoch nicht gehört.
Abseits des Lofoten-Komplexes befasst sich das Gericht auch mit einem Vorwurf vom 24. März 2024, bei dem eine Frau laut Staatsanwaltschaft "aufgrund von Schlaf und/oder Trunkenheit" wehrlos gewesen sein soll; Marius plädiert auf nicht schuldig. Der 29-Jährige sitzt seit Prozessbeginn in Haft, nachdem ihm kurz zuvor ein Verstoß gegen ein Kontaktverbot und eine Drohung mit einem Messer gegenüber einer Bekannten zugeschrieben worden war. In den Tagen vor Gericht wirkt der Angeklagte konzentriert, notiert sich Passagen, schaut auf den Bildschirm vor sich. Privat wird Marius häufig über seine Mutter Mette-Marit (52) verortet, tatsächlich spielt in Erzählungen aus seinem Umfeld auch Vater Morten eine Rolle – die komplizierte Vater-Sohn-Dynamik klingt in der nun kolportierten Aussage an. Morten wurde bereits als Zeuge im Prozess befragt. Menschen, die Marius kennen, beschreiben ihn seit Jahren als jemanden, der Nähe zum Königshaus erlebt, aber formal nicht dazugehört und seinen eigenen Weg suchte – mal laut, mal leise, oft in Szenen, die weit entfernt sind vom höfischen Protokoll.








