Vater schildert Schock von Marius Høibys mutmaßlichem Opfer

Vater schildert Schock von Marius Høibys mutmaßlichem Opfer

- Malin Friedrich
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Marius Borg Høiby (29) steht derzeit in Oslo vor Gericht, wo ihm unter anderem vier Vergewaltigungen zur Last gelegt werden. Am Dienstag sagte der Vater einer der mutmaßlich betroffenen Frauen als Zeuge aus und schilderte, wie sich seine Tochter veränderte, nachdem die norwegische Polizei sie acht Monate nach dem mutmaßlichen Übergriff kontaktiert hatte. Der Vorwurf gegen den 29-jährigen Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) bezieht sich auf einen Vorfall zu Ostern 2024, bei dem er eine Frau gefilmt haben soll, während er sie sexuell belästigte und seine Finger in ihren Intimbereich einführte, nachdem sie eingeschlafen war. Die Frau selbst kann sich an den mutmaßlichen Übergriff nicht erinnern.

Der Vater erinnert sich noch genau an den Anruf seiner Tochter, nachdem diese mit der Polizei gesprochen hatte. "Sie rief mich an, wie sie es oft tut, aber es klang ernster. Ich spürte, dass etwas passiert war", sagte er laut der norwegischen Zeitung VG und führte aus: "Sie stand unter Schock. Sie sagte, dass sie von der Polizei kontaktiert worden sei, sie hätte sich in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen können, dass so etwas passieren könnte. Man hatte ihr die Videos und die Theorien der Polizei vorgelegt. Ihr wurde auch mitgeteilt, dass die Polizei Anzeige erstatten würde." Als die Anklage gegen Marius öffentlich wurde und ihr Name sowie ihre Adresse in der Anklageschrift auftauchten, verschlimmerte sich die Situation für seine Tochter dramatisch. Medien kontaktierten ihre Freunde, fremde Menschen schickten ihr Freundschaftsanfragen und Fotografen lauerten vor ihrer Wohnung. "Das war sehr schmerzhaft für sie. Sie ist wirklich traumatisiert worden", berichtete der Vater vor Gericht. Als er gefragt wurde, warum er so wütend auf Marius sei, antwortete er: "Ich bin Vater, so einfach ist das. Das ist Biologie, wir sind mit einem Instinkt geboren, zu beschützen, den wir als zivilisierte Menschen in Schach halten. Wenn Marius eines Tages Vater wird, wird er wahrscheinlich genauso über seine Kinder denken. Und es sind keine schönen Gedanken."

Am Dienstag stand außerdem die digitale Spurensuche im Fokus. Laut dem ehemaligen Kripos-Ermittler Stig Berg Larsen soll Marius nur zwei Stunden nach einer mutmaßlichen Tat eine Verschlüsselungsapp namens Private Photo Vault auf seinem iPhone installiert haben. In dieser App entdeckten Ermittler sexualisierte Videos sowie einen Screenshot des Snapchat-Nutzernamens eines angeblichen Opfers. Das deckte sich mit dem Zeitablauf, denn der Kauf der App war laut Aussage des Experten am 24. März um 10:02 Uhr erfolgt, während der Übergriff nach Angaben der Anklage gegen 08:10 Uhr passierte. Das berichtete die Zeitung Verdens Gang.

Gerichtszeichnung: Marius Borg Hoiby während des Prozesses am Osloer Bezirksgericht am 5. Februar 2026
Getty Images
Gerichtszeichnung: Marius Borg Hoiby während des Prozesses am Osloer Bezirksgericht am 5. Februar 2026
Marius Borg Høiby bei der Feier zum Nationalfeiertag in Skaugum, Norwegen
Imago
Marius Borg Høiby bei der Feier zum Nationalfeiertag in Skaugum, Norwegen
Marius Borg Høiby beim 25-jährigen Thronjubiläum von König Harald in Trondheim, 23. Juni 2016
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Marius Borg Høiby beim 25-jährigen Thronjubiläum von König Harald in Trondheim, 23. Juni 2016