Prozesstag 8: Das sagt Marius Borg Høiby über Königsfamilie
Am achten Verhandlungstag in Oslo stand eine Frage im Mittelpunkt: Was hat Marius Borg Høiby (29) in der Nacht der mutmaßlichen Tat über seine Verbindung zur Königsfamilie erzählt, und wie wirkte das auf die Frau, die ihn schwer belastet? Vor Gericht schilderte das mutmaßliche Opfer, sie sei neugierig auf Marius gewesen – auch darauf, wie es sei, "in der geheimnisvollen Königsfamilie aufzuwachsen". In der Befragung durch den Verteidiger ging es darum, ob Marius persönliche Details preisgab und ob seine Herkunft an diesem Abend eine Rolle spielte. Die Schilderungen fügten sich zu einem Bild, das intime Einblicke in Marius’ Selbstbild und sein Auftreten in jener Nacht gab.
Laut Nettavisen berichtete die Frau, Marius habe ihr gesagt, er glaube nicht, bei ihr eine Chance zu haben, "wenn er nicht zur Königsfamilie gehörte". Dieser Satz habe Mitgefühl bei ihr ausgelöst, weil sie verstand, woher diese Unsicherheit kam. Zudem habe Marius von "wenig Selbstvertrauen" gesprochen. Die Verteidigung hakte nach, ob diese Aussagen im direkten Gespräch fielen und in welchem Moment des Abends sie geäußert wurden. Für das Gericht sind solche Details relevant, weil sie beleuchten, wie sich Dynamiken zwischen den Beteiligten entwickelt haben sollen. Gleichzeitig bleibt entscheidend, wie die unterschiedlichen Darstellungen mit den übrigen Beweismitteln und Zeugenaussagen zusammenpassen.
Marius Borg Høiby ist als Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) in Norwegen aufgewachsen und stand schon früh im öffentlichen Fokus – allerdings ohne offiziellen Rang im Königshaus. In den vergangenen Wochen bestimmten die schweren Vorwürfe das Bild, das viele von ihm haben: Neben den Anklagepunkten wegen Vergewaltigung sind auch Vorwürfe zu Körperverletzung, sexueller Belästigung und Morddrohungen Gegenstand des Verfahrens. Zuvor war Marius festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Abseits des juristischen Schlaglichts wurde er lange als junger Mann wahrgenommen, der zwischen Normalität und Prominenz pendelte und im privaten Umfeld Wert auf enge Freundschaften und Zurückgezogenheit legte. Wie prägend dieser Spagat war, klingt in den Worten an, die ihm im Gerichtssaal zugeschrieben werden.








