Staatsanwalt legt Marius Borg Høibys Chats vor Gericht offen

Staatsanwalt legt Marius Borg Høibys Chats vor Gericht offen

- Anja-Stine Andresen
Lesezeit: 2 min

Ein Paukenschlag im Gerichtssaal: Am Mittwoch wurden intime Chatnachrichten von Marius Borg Høiby (29) öffentlich gemacht – gegen seinen ausdrücklichen Wunsch. Der Norweger, der sich wegen schwerer Vorwürfe verantworten muss, erschien vor Gericht in Oslo, als Staatsanwalt Sturla Henriksbø die Protokolle präsentierte. Die Nachrichten sollen am Tag nach jener Oktobernacht 2023 verschickt worden sein, in der er eine Frau vergewaltigt und heimlich aufgenommen haben soll. Vor laufenden Kameras und unter wachem Blick internationaler Medien las das Gericht Auszüge vor, in denen Marius die Frau in herabwürdigenden Worten beschreibt. "Das ist auf keinen Fall etwas, das sie lesen soll. Es ist abscheuliches Gerede zwischen mir und meinem besten Freund. Es war nie gedacht, dass das jemand liest. Es ist ein Witz zwischen uns", verteidigte sich Marius laut Dagbladet.

Die Anklage ließ das nicht gelten. "Ich glaube nicht, dass das das Schlimmste für sie in diesem Fall ist", hielt Henriksbø nach Angaben von TV 2 Norge dagegen und stufte die Chats als relevante Beweise ein. Konkret ist Marius angeklagt, die Frau in einem Zustand von Schlaf und/oder starker Alkoholisierung vergewaltigt zu haben. Zusätzlich steht sexuell grenzüberschreitendes Verhalten im Raum. Auf die Frage der Nebenklage, ob er den Inhalt seiner eigenen Worte nicht ernst meine, antwortete Marius angeblich: "Bis zu einem gewissen Grad." Beide Seiten bestätigen, dass sie sich via Tinder kennenlernten, sich in einer Bar trafen, später auf einer Afterparty landeten und Sex hatten – über den Charakter dieses Kontakts gehen die Schilderungen jedoch weit auseinander.

In seinem Auftritt vor Gericht schilderte Marius eine einvernehmliche Begegnung. Er versuchte, seine Version der Nacht verständlich zu machen und verwies darauf, warum er die gegen ihn erhobene Darstellung nicht nachvollziehen könne. In den vergangenen Tagen trat die Frau als Zeugin auf und berichtete von erzwungenen Handlungen und heimlichen Aufnahmen. Abseits des Gerichtssaals bleibt der Blick auf Marius’ Privatleben ungewohnt scharf: Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) steht selten derart offen im Scheinwerferlicht, zeigt sich ansonsten eher zurückhaltend und bewegt sich meist im Freundeskreis, der ihn seit Jahren begleitet. Aus seinem Umfeld heißt es, dass Loyalität und langjährige Freundschaften für ihn eine große Rolle spielen. Die nun öffentlich gewordenen Chats entstammen genau diesem privaten Zirkel – einem Raum, den Marius eigentlich geschlossen halten wollte.

Marius Borg Høiby beim Jubiläum in Trondheim, 2016
Imago
Marius Borg Høiby beim Jubiläum in Trondheim, 2016
Marius Borg Høiby, Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit
Instagram / marius_borg
Marius Borg Høiby, Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit
Mette-Marit mit ihren Kindern Marius Borg Høiby und Ingrid Alexandra
Ragnar Singsaas / Getty Images
Mette-Marit mit ihren Kindern Marius Borg Høiby und Ingrid Alexandra
Wie bewertet ihr Marius' Aussage, die Chats seien nur ein "Witz" unter Freunden?