Darum boykottierte Clint Eastwood Jahrzehnte die Oscars
Clint Eastwood (95) ist eine lebende Hollywood-Legende – und doch mied er die Oscar-Verleihung, den wohl wichtigsten Filmpreis der Welt, ganze zwanzig Jahre lang. Der Grund dafür liegt laut Filmstarts in einem denkwürdigen Abend im Jahr 1973, an dem der Schauspieler und Regisseur kurzfristig als Ersatz für Charlton Heston einsprang, um den Preis für den Besten Film zu überreichen. Charlton steckte im Stau fest, und so landete ein Skript auf Clints Tisch, das ihm gar nicht gefiel. Der damals 42-Jährige entschied kurzerhand: So nicht.
Das Skript, das ihm vorgelegt wurde, war laut Eastwood eine Parodie auf Moses – eine Anspielung auf Charltons bekannteste Rolle in "Die zehn Gebote". Gegenüber Cinephilia And Beyond erinnerte sich Clint an den Abend: "Howard Koch sagte: 'Hier ist das Skript.' Es war eine Parodie auf Moses, 'Die zehn Gebote', 'Du sollst dies nicht, du sollst das nicht', aber alles bezogen auf Filme. Schlechtes Material, selbst für Moses. Ich sagte: 'Das ist doch ein Witz. Ladet mich nie wieder ein.'" Als Howard ihn fragte, ob er zurückkehren würde, wenn er selbst nominiert werde, antwortete Clint: "Ja, das mach ich." Howard erwiderte trocken: "Dann muss ich mir ja keine Sorgen machen." Clint hielt sein Wort – und blieb der Gala zwei Jahrzehnte fern. In dieser Zeit wurden zwar zwei seiner Filme nominiert, er selbst saß jedoch in keinem der Fälle im Publikum.
Erst 1993 brach Clint seinen Boykott – weil er diesmal persönlich nominiert war. Mit seinem Spätwestern "Erbarmungslos" räumte er gleich vier Oscars ab, darunter Bester Film und Beste Regie. Doch eine kleine Niederlage gab es auch in diesem Triumph: Als Bester Schauspieler musste er sich Al Pacino (85) geschlagen geben. 2005 wiederholte sich das Muster mit "Million Dollar Baby" – erneut vier Oscars, erneut keine Trophäe für ihn als Hauptdarsteller, diesmal verlor er gegen Jamie Foxx (58). Hinter der Kamera war Clint damit zweifacher Oscar-Gewinner, vor der Kamera jedoch bislang leer ausgegangen.









