"Titanic"-Star Eric Braeden wollte seine Rolle fast absagen

"Titanic"-Star Eric Braeden wollte seine Rolle fast absagen

- Yasmin Keller
Lesezeit: 3 min

Fast hätte einer der bekanntesten Blockbuster aller Zeiten auf einen seiner Darsteller verzichten müssen – und das nicht wegen eines Terminproblems, sondern schlicht wegen Desinteresses. Eric Braeden, der in James Camerons (71) Titanic aus dem Jahr 1997 den reichsten Mann an Bord John Jacob Astor IV verkörperte, hatte ursprünglich absolut keine Lust auf den Film. Im Podcast "Still Here Hollywood" plauderte der 85-Jährige jetzt aus, dass er es sogar zunächst ablehnte, überhaupt zum Casting zu erscheinen. "Ich wollte das nicht machen", erklärte er. "Ich sagte: 'Mir ist James Cameron völlig egal. Ich kenne ihn nicht.'" Die Rolle war ihm schlichtweg zu unbedeutend.

Es war schließlich sein Sohn Christian Gudegast, der ihn dazu überredete, es doch zu versuchen. Doch der Termin beim Casting-Direktor, den Eric als "arrogant" bezeichnete, verlief alles andere als erfreulich. Der Schauspieler wurde lange hingehalten, bevor der Casting-Direktor ihn schließlich fragte, was er dort überhaupt wolle. "Ich sagte: 'Das habe ich mich gerade auch gefragt'", so Eric. Danach rief er seine Agentur an und erklärte, sie sollten ihn "nie wieder zu so einem Blödsinn" schicken. Einen Monat später meldete sich dann allerdings James Cameron persönlich – und der Regisseur wollte Eric unbedingt dabei haben. Nachdem dieser sich intensiver mit der realen historischen Figur des Astor beschäftigt hatte, wuchs sein Interesse an der Rolle merklich. Beim zweiten Casting-Termin genügten am Ende lediglich zwei vorgetragene Zeilen – und er hatte den Part. Ausschlaggebend war dabei offenbar ohnehin ein anderer Faktor: Cameron war ein großer Fan von Erics Sci-Fi-Thriller "Colossus" aus dem Jahr 1970, der einzigen großen Kinohauptrolle des Schauspielers. "Es war völlig unnötig, das zu machen, denn James Cameron war ein großer Fan von 'Colossus'", sagte Eric selbst. Auch seine "Titanic"-Kollegin Frances Fisher (74) hatte ein spezielles Vorsprechen bei Cameron.

Heute hat Eric keine Zweifel mehr daran, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat. "Im Nachhinein bin ich froh, dass ich 'Titanic' gemacht habe. Denn ich habe großen Respekt vor James Cameron. Wenn ich jemals jemanden ohne zu zögern als Genie bezeichnen würde, dann ihn", so der Schauspieler. Sein Sohn Christian, der ihn einst zur Teilnahme am Casting drängte, hat inzwischen selbst eine erfolgreiche Karriere als Filmemacher eingeschlagen – und besetzte seinen Vater 2018 im Actionfilm "Criminal Squad" an der Seite von Gerard Butler (56). Eric selbst ist vor allem durch die US-amerikanische Seifenoper "Schatten der Leidenschaft" bekannt, in der er seit 1980 den Patriarchen Victor Newman spielt. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner, der mit bürgerlichem Namen Hans-Jörg Gudegast heißt, zählt damit zu den dienstältesten Darstellern im amerikanischen Seriengeschäft.

Eric Braeden bei den Daytime Emmys 2024 im The Westin Bonaventure Hotel & Suites in Los Angeles
Getty Images
Eric Braeden bei den Daytime Emmys 2024 im The Westin Bonaventure Hotel & Suites in Los Angeles
Bei der Ausstellung "L'Art De James Cameron" in der Cinémathèque française: James Cameron in Paris
Getty Images
Bei der Ausstellung "L'Art De James Cameron" in der Cinémathèque française: James Cameron in Paris
Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in einer ikonischen Szene aus "Titanic" (1997)
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Leonardo DiCaprio und Kate Winslet in einer ikonischen Szene aus "Titanic" (1997)
Hättet ihr gedacht, dass Eric Braeden "Titanic" erst ablehnen wollte?