Wahre Story: Ehepaar Straus wählte gemeinsamen Titanic-Tod
Wer James Camerons (71) oscarprämierten Blockbuster Titanic kennt, erinnert sich sicher an die herzzerreißende Szene, in der ein älteres Ehepaar sich im Bett ihrer Kabine umarmt, während das eiskalte Wasser langsam den Raum flutet. Was viele Zuschauer nicht wissen: Diese Szene ist von einer wahren Geschichte inspiriert – und die ist noch bewegender als das, was Cameron auf der Leinwand zeigte. Jesús Ferreiro, Präsident der spanischen Fundación Titanic, erzählte jetzt im Podcast von Alberto Chao "Conversaciones con Expertos" von dem Schicksal von Isidor und Ida Straus und nannte es die "unglaublichste Geschichte", die sich an Bord des berühmten Schiffes ereignet habe.
Isidor Straus war Mitbesitzer der US-amerikanischen Kaufhauskette Macy's sowie Senator der Vereinigten Staaten. Als er in der Nacht des Untergangs in ein Rettungsboot steigen wollte, verweigerte ihm ein Offizier den Zutritt – die Boote seien nur für Frauen und Kinder. Obwohl andere Passagiere für ihn baten, blieb der Offizier standhaft. Ida, die bereits in einem Boot saß, kletterte daraufhin zurück auf das Schiff. "Wir haben 41 Jahre zusammen gelebt und wir müssen zusammen sterben", soll sie laut Ferreiro zu ihrem Mann gesagt haben. Gemeinsam gingen die beiden aufs Oberdeck und setzten sich in zwei Liegestühle. Ein Besatzungsmitglied band ihnen auf ihre Bitte hin die Füße mit einer Decke zusammen, damit sie auch im Wasser nicht voneinander getrennt würden. Genau dieses Besatzungsmitglied überlebte die Katastrophe – und konnte die Geschichte später weitererzählen.
Bereits ein Jahr nach dem Untergang der Titanic im April 1912 wurde dem Ehepaar Straus zu Ehren eine Bronzestatue errichtet. Der US-Künstler Augustus Lukeman schuf das Werk, das eine auf eine große Wasserfläche blickende Nymphe zeigt. Die Statue steht im Straus Park, einer kleinen Gartenanlage in New York City, und erinnert bis heute an die außergewöhnliche Liebesgeschichte der beiden.








