Marius Borg Høiby jammert online wegen der Haftbedingungen

Marius Borg Høiby jammert online wegen der Haftbedingungen

- Patricia Schlösser-Christ
Lesezeit: 2 min

Marius Borg Høiby (29) sitzt in Oslo in Untersuchungshaft. Kürzlich wurde sein Antrag abgelehnt, die restliche U-Haft mit Fußfessel im Zuhause seiner Familie zu verbringen. Nun meldet er sich selbst zu Wort – und beschwert sich öffentlich ausführlich über seine Haftbedingungen. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) kritisiert in einem Beitrag für Nettavisen die Umstände, unter denen er auf sein Urteil wartet. "Es ist so absurd und ungerecht, dass mir die Worte fehlen, um meine Frustration auszudrücken", schreibt er. Marius werden nach Angaben der Behörden insgesamt 40 Taten zur Last gelegt, darunter mehrere Vergewaltigungen. Die Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre und sieben Monate Haft. Marius bestreitet die schwersten Vorwürfe.

In seinem Text schildert Marius die Bedingungen der Untersuchungshaft als enorme Belastung – insbesondere für seine psychische Gesundheit. Zudem stört ihn die Medienpräsenz im Gerichtssaal. Reporter beobachten dort den Fortgang des Verfahrens aus nächster Nähe. Nach eigenen Angaben empfindet Marius es als zusätzliche Bürde, dass seine Familie durch die Berichterstattung in Mitleidenschaft gezogen werde. Kritik äußert er zudem am Verfahren selbst und wirft dem Richter vor, "sich schon vorher entschieden zu haben". Die Entscheidung der Behörden, seinen Wunsch nach einer Haft mit Fußfessel abzulehnen, bleibt jedoch weiterhin bestehen. Marius bleibt in Untersuchungshaft.

Im norwegischen Königshaus nimmt Marius eine besondere Rolle ein: Er ist der älteste Sohn von Mette-Marit und der Stiefsohn von Kronprinz Haakon (52). Ein offizieller Titel ist mit seinem Namen nicht verbunden, und er erfüllt keine Aufgaben im Namen des Hofes. Immer wieder betonte das Umfeld des norwegischen Thronfolgerpaares in der Vergangenheit, wie wichtig ihnen die Privatsphäre des jungen Mannes sei. Dass Marius' Name nun in Zusammenhang mit derart schweren Vorwürfen steht, sorgt in Norwegen für großes mediales Interesse und löste eine Welle der Berichterstattung über das norwegische Königshaus aus. Das Mitleid für den royalen Stiefsohn hält sich jedoch angesichts der schweren Anschuldigungen in Grenzen – daran dürfte auch Marius' Beitrag für Nettavisen nichts ändern.

Marius Borg Høiby  bei einer Feier in Trondheim, 23. Juni 2016
Imago
Marius Borg Høiby bei einer Feier in Trondheim, 23. Juni 2016
Zeichnung von Marius Borg Hoiby im Prozess im Osloer Bezirksgericht, erstellt von Ane Hem
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Zeichnung von Marius Borg Hoiby im Prozess im Osloer Bezirksgericht, erstellt von Ane Hem
Marius Borg Høiby beim Jubiläum in Trondheim, 2016
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Marius Borg Høiby beim Jubiläum in Trondheim, 2016
Wie kommt euch Marius' öffentlicher Beschwerdetext zu seinen Haftbedingungen rüber?