Schwarzfahren: Rapper Ritter Lean wollte freiwillig in Haft
Nicht zahlen, sondern lieber einbuchten lassen: Der Berliner Rapper Ritter Lean hat angekündigt, freiwillig ins Gefängnis zu gehen. Grund dafür war sein häufiges Schwarzfahren. Weil er in den vergangenen Jahren mehrfach ohne gültiges Ticket erwischt wurde, hat sich eine beachtliche Summe an Strafen angehäuft. In einem Instagram-Video wandte sich der Musiker nun an seine Follower: "Ja, es stimmt, Leute, ich gehe in den Knast." Obwohl er, wie er selbst zugibt, die Strafen problemlos bezahlen könnte, wollte er das bewusst nicht tun.
Hinter der Aktion steckt mehr als nur ein Selbstversuch. Ritter Lean, der mit bürgerlichem Namen Adrian Julius Tillmann heißt, wollte nach eigener Aussage darauf aufmerksam machen, wie ungerecht das Gesetz rund um Paragraf 265a des Strafgesetzbuches seiner Meinung nach ist. "Dieses Gesetz ist so hängen geblieben. Darunter leiden immer die, die sich das Ticket nicht leisten konnten, dann die Strafe nicht zahlen konnten, die Mahnung nicht zahlen und sich auch nicht aus dem Gefängnis freikaufen konnten", erklärte er. Nebenbei sah er die geplanten sechs Tage hinter Gittern auch als persönliche Herausforderung – einmal ohne Handy auskommen und endlich ein Buch lesen.
Vor der Justizvollzugsanstalt kam der Musiker es dann allerdings doch mit der Angst zu tun. Auch ein Telefonat mit seiner Mutter, die sich große Sorgen machte, beeinflusste seine Entscheidung. "Knast ist kein Joke", schrieb er anschließend. Kurz nach seinem Social-Media-Post zahlte Ritter Lean doch. "Manchmal nimmt man sich zu viel vor. Viele Menschen haben diese Wahl nicht. Genau darauf wollte ich aufmerksam machen – auch wenn meine Aktion nicht perfekt war und ich verstehe, warum sie manche kritisch sehen", so der Rapper abschließend.





