"Polizeiruf"-Aus: Claudia Michelsen äußert deutliche Kritik
Claudia Michelsen (57) findet jetzt klare Worte zum Aus für den Magdeburger "Polizeiruf 110": Nachdem der MDR entschieden hat, den "Polizeiruf" aus Magdeburg und den Tatort aus Dresden für drei Jahre auszusetzen, meldete sich die Schauspielerin in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung deutlich zu Wort. Die TV-Kommissarin kritisiert vor allem, welches Signal diese Entscheidung für Ostdeutschland sende. "Eigentlich möchte ich schon lange nicht mehr über den Osten oder den Westen reden. Aber wir kommen mit dieser fatalen Entscheidung des MDR tatsächlich wieder in die Situation zu sagen: Was passiert hier mit dem Osten?", erklärte Claudia.
Besonders die schon jetzt überschaubare Präsenz ostdeutscher Geschichten im ARD-Programm nimmt sie dabei in den Blick. "Wir haben 19 'Tatorte', davon sind 17 im Westen, mit den beiden aus Österreich und der Schweiz – also zwei im Osten, wenn man Berlin dazuzählen möchte. 'Polizeirufe' haben wir vier, einen in Bayern, der zweite spielt in Rostock, wird aber vom NDR in Hamburg produziert, bleiben noch Frankfurt (Oder) und Magdeburg. So ist also der Osten am Sonntagabend in der ARD vertreten, das ist die bittere Realität", erklärt die Schauspielerin. Den Magdeburger "Polizeiruf" sieht sie dabei als wichtige gesellschaftliche Klammer: "Wir spüren das bei jedem Dreh. Sachsen und Sachsen-Anhalt finden statt." Die geplante Pause bezeichnet sie als Fehler, der nicht zu akzeptieren sei, weil sie "zu einem noch massiveren Minimieren des Ostens" führe.
Claudia wurde am 4. Februar 1969 in der DDR geboren und begann ihre Karriere als Schauspielerin noch zu DDR-Zeiten. Heute ist sie vor allem durch ihre Rolle als Kommissarin Doreen Brasch im Magdeburger "Polizeiruf 110" bekannt, die sie seit 2013 verkörpert. Dass der MDR als Sender sparen muss, stellt sie dabei grundsätzlich nicht infrage. Sie warnt jedoch vor den weitreichenden Konsequenzen für die gesamte Filmbranche in der Region: Das "schnelle Sparen an der Fiktion" sei gefährlich und koste "Unmengen von Arbeitsplätzen" sowie Gelder, die bislang regelmäßig in Sachsen und Sachsen-Anhalt investiert worden seien.







