

Loris Karius erhielt nach Fußballpatzern Morddrohungen
Das Champions-League-Finale 2018 zwischen Liverpool und Real Madrid hatte für Loris Karius (33) Folgen, die weit über den Sport hinausgingen. Im Podcast "TOMorrow" erzählt der heutige Schalke-Torwart, dass nach der 1:3-Niederlage und seinen Patzern Morddrohungen bei ihm eingingen – gerichtet gegen ihn und gegen seine Familie. Die Polizei bewertete die Lage als so gefährlich, dass sie mehrere Tage lang rund um die Uhr vor seinem Haus Wache hielt. "Ich hatte damals wirklich ein paar Tage lang Polizeischutz vor dem Haus", schildert er die Ausnahmesituation. "Ich habe die Drohungen nicht gelesen, aber es waren Morddrohungen gegen mich und die Familie, was die Polizei so ernst genommen hat, dass die dann halt bei mir 24 Stunden Wache gestanden haben."
Im Endspiel hatte Loris früh eine Gehirnerschütterung erlitten. Danach unterliefen ihm bei zwei Gegentreffern schwere Fehler, die das Finale zu einem tiefen Einschnitt in seinem Leben und seiner Laufbahn machten. Für Liverpool stand der Torhüter anschließend kein einziges Mal mehr auf dem Platz. Der Verein verlieh ihn zunächst für eine Saison an Besiktas Istanbul. Später folgten weitere Stationen bei Union Berlin und Newcastle. Besonders während seiner Zeit in der Türkei setzte ihm die belastende Situation stark zu. "Da hatte ich schon Probleme und auch ein bisschen die Lust am Fußball verloren", erinnert sich Loris im Podcast "TOMorrow". Er habe sich durch diese Phase gequält und seine Möglichkeiten bei Besiktas häufig nicht ausschöpfen können.
Zuvor war die Karriere des Torhüters steil nach oben verlaufen – nach dem Finale folgte eine psychische Krise. Bei Besiktas fehlte ihm die Freude am Training und an den Spielen, seine Leistungen litten unter der Belastung. Nach weiteren Rückschlägen stand Karius ein halbes Jahr ohne Verein da, ehe Schalke ihn im Januar 2025 unter Vertrag nahm. Nach einer kurzen Anlaufzeit eroberte er sich dort den Stammplatz im Tor und überzeugte mit starken Auftritten. Er entwickelte sich zu einem der besten Keeper der 2. Liga und hatte entscheidenden Anteil daran, dass der Ruhrpottklub den Wiederaufstieg schaffte.







