Ghislaine Maxwell scheitert mit Einspruch gegen Epstein-Akte

Ghislaine Maxwell scheitert mit Einspruch gegen Epstein-Akte

- Malin Friedrich
Lesezeit: 2 min
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Ghislaine Maxwell (64) ist mit dem Versuch gescheitert, bislang unter Verschluss gehaltene Unterlagen aus dem Umfeld von Jeffrey Epstein (†66) weiterhin geheim zu halten. Wie OK! berichtet, gab die US-Bundesrichterin Loretta Preska in New York am Dienstag einem Offenlegungsantrag des US-Justizministeriums statt. Die betroffenen Akten stammen aus der Zivilklage, die Virginia Giuffre (†41) im Jahr 2015 gegen die Unternehmerin eingereicht hatte. Sie beziehen sich auf staatliche Ermittlungen zu Epstein und dessen mutmaßlichen Mitverschwörern. Damit könnten künftig weitere Details über die kriminellen Aktivitäten der beiden an die Öffentlichkeit gelangen. Vollständig einsehbar werden die Dokumente allerdings nicht sein: Zum Schutz der Betroffenen müssen Namen und sämtliche weiteren Angaben, die eine Identifizierung von Opfern ermöglichen könnten, umfassend geschwärzt werden. Die Freigabe reiht sich damit in eine ganze Serie von Veröffentlichungen ein, die den Fall seit Jahren begleiten.

Die Einwände von Ghislaine wies die Richterin ausdrücklich zurück. Das Gesetz zur Transparenz der Epstein-Akten habe demnach Vorrang vor älteren gerichtlichen Anordnungen, vor der Geheimhaltung von Grand-Jury-Material und auch vor den von Ghislaine geltend gemachten Datenschutzinteressen. In dem Beschluss heißt es zur Begründung: "Wenn Dokumente unveröffentlicht bleiben, erhält die Öffentlichkeit ein unvollständiges und möglicherweise irreführendes Bild von Maxwells und Epsteins kriminellen Aktivitäten, was das öffentliche Vertrauen untergraben könnte, das der Kongress fördern wollte." Die zugrunde liegende Zivilklage war bereits 2017 durch einen Vergleich beigelegt worden. Nach dem Suizid von Virginia im April 2025 setzte sich ihr Nachlass weiter für die Herausgabe der noch ausstehenden Papiere ein. Zu den bereits freigegebenen Beständen zählen unter anderem Flugprotokolle, Kontaktbücher und Beweislisten. Wer in solchen Unterlagen auftaucht, ist damit laut dem Bericht nicht automatisch formell beschuldigt.

Ghislaine war 2021 wegen Sexhandels verurteilt worden und verbüßt derzeit eine Haftstrafe von 20 Jahren. Epstein selbst nahm sich 2019 in einer Bundesgefängniszelle in Manhattan das Leben, während er auf seinen Prozess wegen Sexhandels wartete. Parallel zum Streit um die Offenlegung der Akten arbeitet die Unternehmerin weiter daran, ihre Verurteilung zu Fall zu bringen. In Unterlagen, die vor rund sechs Wochen eingereicht wurden, machte sie geltend, ihre Rechte seien im Verfahren erheblich verletzt worden. Dabei stützte sie sich auf bereits veröffentlichte Dokumente aus den Epstein Files und argumentierte, Anwälte der Opfer hätten als "De-facto-Vertreter der Regierung" agiert. Die Staatsanwaltschaft in Manhattan wies diese Darstellung zurück und betonte, sowohl der Schuldspruch als auch das Strafmaß seien rechtmäßig zustande gekommen.

Ghislaine Maxwell, US-amerikanische Unternehmerin
Getty Images
Ghislaine Maxwell, US-amerikanische Unternehmerin
Ghislaine Maxwell und Jeffrey Epstein in New York
Imago
Ghislaine Maxwell und Jeffrey Epstein in New York
Ghislaine Maxwell 2003 in New York City
Getty Images
Ghislaine Maxwell 2003 in New York City