Marc Jacobs packt über den Verkauf seiner Marke aus
Marc Jacobs (63) hat sich erstmals ausführlich zum geplanten Verkauf seines gleichnamigen Modelabels geäußert. Nach fast 30 Jahren unter dem Dach des Luxuskonzerns LVMH (Moët Hennessy Louis Vuitton) soll Marc Jacobs International für geschätzt mindestens 850 Millionen Dollar an ein Gemeinschaftsunternehmen von WHP Global und der G-III Apparel Group gehen. Der Deal wurde im Mai 2026 bekannt gegeben und soll laut G-III-Chef Morris Goldfarb spätestens im Oktober über die Bühne gehen. Der Designer trennt sich dabei auch von seinen verbliebenen Firmenanteilen und wäre danach erstmals nur noch Angestellter seiner eigenen Marke. Als Kreativdirektor bleibt er allerdings an Bord. Wie es künftig weitergeht, ließ er im Gespräch mit Vanity Fair in seinem Showroom in SoHo offen: "Es gibt kein Ja oder Nein. Es könnte dies sein, es könnte das sein. Wo bin ich jetzt? Wo sind wir jetzt? Was bedeuten wir für diese Generation von Menschen? Für jene Generation von Menschen? Es gibt so viele Fragen." Endgültige Antworten habe er selbst noch nicht: "Ich bleibe irgendwie positiv, denke ich – das ist wohl die einfachste Art, es auszudrücken."
WHP Global und G-III sollen jeweils 50 Prozent an den Markenrechten halten. G-III steuert öffentlichen Unterlagen zufolge 425 Millionen Dollar bei, übernimmt das operative Geschäft und verwaltet die Lizenz – das weltweite Produktangebot soll dadurch deutlich ausgebaut werden. Dass der Designer weiter mit an Bord ist, sei entscheidend, betont WHP-Chef Yehuda Shmidman. Auch Morris möchte ihn so stark einbinden, wie dieser es selbst möchte. "Je mehr er bereit ist zu geben, desto mehr werden wir annehmen. Wir sind nicht seine Gegner, wir sind seine Partner", erklärte der G-III-Chef. Die Laufstegshows sollen zunächst weiterlaufen, für immer garantieren wollte Morris das aber nicht. Marc selbst bezeichnet seine Shows als kommerziell nicht profitabel, sieht in ihnen jedoch eine wichtige Inspirationsquelle für sein Team, für Redaktionen und die Modewelt. Über die Zeit unter dem bisherigen Eigentümer äußerte er sich enttäuscht: "LVMH hat uns behalten und im Hinblick auf das Wachstum unseres Geschäfts so wenig wie möglich getan."
Abseits des Geschäfts hat sich der Designer inzwischen ein ruhigeres Zuhause geschaffen: Gemeinsam mit seinem Ehemann, dem früheren Model Char Defrancesco, lebt er überwiegend in einem 1955 erbauten Frank-Lloyd-Wright-Haus in Rye im US-Bundesstaat New York. Das Paar heiratete 2019, natürlich mit einer prominenten Gästeliste, und renoviert das Anwesen seit dem Kauf im selben Jahr. Rund eine Stunde von Manhattan entfernt sei das Haus zu seinem Rückzugsort geworden. Mit seinem wechselhaften Leben, zu dem auch frühere Drogenprobleme und zwei Entzugsbehandlungen gehören, geht Marc offen um. "Es begeistert mich, offen zu sein, und es begeistert mich, Dinge preiszugeben, die jemand anderes geheim halten würde", sagte er.










