William und Harry durften Buch des Onkels vorab nicht lesen

William und Harry durften Buch des Onkels vorab nicht lesen

- Marina Birner
Lesezeit: 3 min
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Prinz William (44) und Prinz Harry (42) mussten sich in Sachen Familiengeschichte diesmal hinten anstellen: Die Diana-Memoiren ihres Onkels Earl Spencer werden am Dienstag, dem 22. September, erscheinen. Wie Mirror berichtet, bekamen die beiden Brüder vorab kein Exemplar zu sehen. Sie erfuhren von den brisantesten Passagen des Werks "Swan Song: Diana, My Sister" ebenso wie der Rest der Öffentlichkeit, nämlich durch die vorab verbreiteten Auszüge. Darin geht es nicht nur um ihre 1997 verstorbene Mutter Prinzessin Diana (†36), sondern auch um ihren Vater, König Charles III. (77). In einem Interview mit "Good Morning America", das auf seinem Anwesen Althorp geführt wurde, erklärte der Autor, dass er seine Neffen ganz bewusst nicht habe mitlesen lassen. Er begründete dies damit, dass die alleinige Verantwortung für seine Worte auf seinen Schultern ruhen solle.

Eine Aussage sorgt für besonders viel Aufsehen. Earl Spencer hat sie dem damaligen Prinzen Charles in den Tagen nach Dianas Tod zugeschrieben: "Wir werden sie früh genug vergessen." In weiteren Auszügen beschreibt er den heutigen König in dieser Zeit als "schwindelerregend euphorisch". Auch bei der Beerdigung will der Autor einen Mangel an Fürsorge beobachtet haben – der junge Harry habe damals "außer Kontrolle geraten" dürfen. Der Buckingham-Palast reagierte prompt auf die Vorwürfe: "Der Schmerz brüderlicher Trauer kann die Vernunft trüben, das Urteilsvermögen beeinträchtigen und Erinnerungen auf eine Weise färben, die andere selbst viele Jahre nach einem solchen Verlust nicht erkennen." Der Autor wollte diese Reaktion jedoch nicht unkommentiert lassen. Bei "Good Morning America" nannte er die Stellungnahme "nicht nur herablassend, sondern auch nicht aufrichtig" und stellte klar, dass er an seinen Darstellungen festhalte.

Über das Buchprojekt an sich hatte Earl Spencer seine Neffen nach eigenen Angaben durchaus informiert – und zwar zeitgleich mit seinen Schwestern Lady Sarah McCorquodale (71) und Lady Jane Fellowes (69). Den Inhalt habe er aber niemandem gezeigt. Harry habe darauf gelassen reagiert: Er sei "völlig einverstanden" gewesen und habe lediglich gehofft, dass nichts Peinliches über ihn darin stehe, erzählte der Autor laut People. Seinem Neffen habe er versichert: "Das ist nicht der Fall." William und Harry kämen in dem Werk ohnehin nur als zwei kleine Jungen mit einer außergewöhnlichen Mutter vor. "Ich verletze ihre Privatsphäre in keiner Weise", betonte er. Inhaltlich finden die Memoiren mit Dianas Tod im Jahr 1997 weitgehend ihren Abschluss. Es folgt lediglich noch ein kurzer Nachtrag an ihrem Grab. Den Anstoß zum Schreiben gaben laut dem Autor die zahlreichen Interviewanfragen mit Blick auf den bevorstehenden 30. Todestag seiner Schwester.

Charles Spencer im Mai 2024
Getty Images
Charles Spencer im Mai 2024
Charles Earl Spencer, Prinz Harry, Prinz William und Prinz Charles während Dianas Beerdigung
Getty Images
Charles Earl Spencer, Prinz Harry, Prinz William und Prinz Charles während Dianas Beerdigung
Prinzessin Diana, Prinz Harry, Prinz William und König Charles III. im September 1995
Imago
Prinzessin Diana, Prinz Harry, Prinz William und König Charles III. im September 1995
Glaubt ihr Earl Spencers Schilderungen über Charles in den Tagen nach Dianas Tod?