

Ist Zack Snyders neuer Actionfilm sein Karriere-Tiefpunkt?
Zack Snyder (60) hat seinen neuen Actionfilm "The Last Photograph" beim Toronto International Film Festival vorgestellt – und dort statt eines umjubelten Comebacks eine der kontroversesten Premieren seiner Laufbahn erlebt. Die ersten Reaktionen auf die Vorführung im September fielen zu großen Teilen vernichtend aus. In den von englischsprachigen Portalen aufgegriffenen Stimmen, die kino.de gesammelt hat, wurde das in Südamerika angesiedelte und offenbar sehr blutige Werk unter anderem als möglicher Tiefpunkt seiner bisherigen Laufbahn bezeichnet. "Das war verdammt widerlich", lautete ein Urteil zur Premiere. Andere Besucher beschrieben den Film als "eine ermüdende, frustrierende und zermürbende Erfahrung" oder sogar als "den schlimmsten Film in Zacks Karriere". Neben der harschen Kritik steht zudem ein ganz praktisches Problem im Raum: Ein regulärer Kinostart ist bislang nicht bekannt. Laut mehreren englischsprachigen Portalen hat "The Last Photograph" derzeit noch keinen Verleih für die Kinoauswertung gefunden.
Komplett einig ist sich das Festivalpublikum aber nicht. Einzelne Stimmen loben die bildgewaltige Inszenierung, für die der Regisseur seit Jahren bekannt ist. Unterm Strich polarisiert der Actionfilm nach seiner Festivalpremiere gewaltig. Auch auf der Filmplattform Letterboxd finden sich zahlreiche Ein-Sterne-Bewertungen. In der dort aktuell beliebtesten Rezension heißt es: "Es schmerzt mich, berichten zu müssen, dass Zack Snyder 25 Jahre lang versucht hat, seinen Kriegsjournalisten-Söldner-Film im Stil von 'Apocalypse Now' und 'The Searchers' zu drehen und das Endergebnis praktisch nicht von 'Sound of Freedom' zu unterscheiden ist." Und weiter: "Ein Teil von mir wollte ihn wirklich bewundern, denn selbst beim Versuch, ein düsteres Kriegsdrama/Kunstwerk zu schaffen, kann er den Teil seines Gehirns, der auf Muskelmänner, nackte Frauen und hypergewalttätige Action steht, einfach nicht abstellen. Aber selbst wenn es reißerisch und geschmacklos ist, macht es einfach keinen Spaß." Trotz vereinzelter Anerkennung für die Optik bleibt die Resonanz damit hart. Ob und wann der Film regulär in die Kinos kommt, bleibt damit offen.
Dabei kann der Filmemacher durchaus auf beachtliche Erfolge zurückblicken: Mit Comicverfilmungen wie "300" und "Man of Steel" füllte er die Kinosäle. Seine Arbeit wird seit Jahren kontrovers diskutiert: Kritiker werfen ihm immer wieder vor, spektakuläre Bilder stärker zu gewichten als Handlung und emotionale Tiefe. Zuletzt geriet er insbesondere mit seinen beiden Netflixfilmen aus der "Rebel Moon"-Reihe unter Druck: Beide Teile erhielten überwiegend schlechte Kritiken. Ein ursprünglich geplanter dritter Teil der Science-Fiction-Saga wurde bislang nicht umgesetzt. Vor diesem Hintergrund trifft die harsche Resonanz auf "The Last Photograph" den Regisseur in einer ohnehin schwierigen Phase seiner Laufbahn. Ob das neue Werk tatsächlich als sein Karrieretiefpunkt in Erinnerung bleiben wird, dürfte auch davon abhängen, wie weitere Zuschauer und Kritiker den Film aufnehmen. Zunächst steht aber die Frage im Raum, ob sich nach der umstrittenen TIFF-Premiere überhaupt noch ein Verleih findet und der Actionfilm regulär in die Kinos kommt.
























