TV-Legende Esther Rantzen (†86) kämpfte bis zuletzt

TV-Legende Esther Rantzen (†86) kämpfte bis zuletzt

- Anita Ehlert
Lesezeit: 3 min
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Die britische Fernsehwelt trauert um eine ihrer prägendsten Persönlichkeiten: Die britische TV-Legende Esther Rantzen (86) ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Bekannt wurde sie vor allem mit der BBC-Sendung "That's Life!", die sie 21 Jahre lang präsentierte und mit der sie zeitweise rund 18 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme holte. Doch nicht nur im Fernsehen hinterließ die Britin deutliche Spuren: Mit der Kinderhilfsorganisation Childline und der Silver Line für einsame ältere Menschen prägte sie das Leben zahlreicher Hilfesuchender. Bis zuletzt kämpfte sie zudem für die Legalisierung des assistierten Sterbens in England und Wales. Ihre Tochter Rebecca Wilcox würdigte sie gegenüber The Mirror mit bewegenden Worten. Esther sei "mutig, brillant, klug und charismatisch" gewesen. Esther hinterlässt drei Kinder und fünf Enkelkinder.

Die Idee zu Childline entstand aus ihrer Arbeit vor der Kamera. Nachdem eine von Esther präsentierte BBC-Sendung über Kindesmissbrauch eine regelrechte Flut von Anrufen ausgelöst hatte, rief sie gemeinsam mit dem damaligen BBC-Verantwortlichen Michael Grade und dem Telekommunikationskonzern BT eine kostenlose und vertrauliche Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche ins Leben. Die Organisation sollte im Oktober ihr 40-jähriges Bestehen feiern. Dieses Jubiläum wollte Esther laut Rebecca unbedingt noch miterleben. Wegen ihrer Erkrankung hatte sich die Moderatorin allerdings bereits aus der aktiven Arbeit zurückziehen müssen. Wie eng sie mit dem Projekt verbunden war, machte ihre Tochter im Gespräch mit The Mirror deutlich: "Ihr viertes Kind, unser viertes Geschwisterkind, und es war das bevorzugte Kind!" Esther nahm früher sogar selbst Anrufe junger Hilfesuchender entgegen. Mehr als 25 Jahre nach Childline folgte die Silver Line: eine kostenlose, vertrauliche und rund um die Uhr erreichbare Hotline, die älteren Menschen Gesellschaft und Unterstützung bietet.

Ihr Engagement für einsame Senioren hatte einen sehr persönlichen Hintergrund. Nachdem ihr Ehemann Desmond Wilcox im Jahr 2000 an einem Herzinfarkt gestorben war und ihre drei Kinder ausgezogen waren, litt sie selbst unter dem Alleinsein. Über den Verlust ihres Mannes sagte sie, mit ihm sei der "Sonnenschein" aus ihrem Leben verschwunden – für weitere zehn Minuten mit ihm hätte sie nach eigenen Angaben zehn Jahre ihres Lebens hergegeben. Im Dezember 2023 machte Esther zudem öffentlich, dass sie einer Schweizer Sterbehilfeorganisation beigetreten war. Sie hatte die Kosten bezahlt und alle Unterlagen ausgefüllt. Als sich ihr Zustand verschlechterte, war sie für die Reise jedoch zu gebrechlich. In einer ihrer letzten Botschaften wandte sie sich laut The Mirror noch einmal an die Mitglieder des britischen Parlaments und bat sie, ein Gesetz zum assistierten Sterben nicht zu blockieren: "Gebt uns allen die Wahl, die ihr selbst haben wollen würdet. Dann können wir in Würde und ohne Schmerzen sterben und unseren Familien und geliebten Menschen glückliche Erinnerungen hinterlassen. Das ist alles, worum wir bitten."

Esther Rantzen bei der RHS Chelsea Flower Show 2015 im Breast Cancer Haven Garden
Imago
Esther Rantzen bei der RHS Chelsea Flower Show 2015 im Breast Cancer Haven Garden
Esther Rantzen feiert beim Platinum Pageant in London das Platinjubiläum von Königin Elizabeth II
Getty Images
Esther Rantzen feiert beim Platinum Pageant in London das Platinjubiläum von Königin Elizabeth II
Esther Rantzen bei den Good Morning Britain 1 Million Minutes Awards in London, 23. Januar 2020
Getty Images
Esther Rantzen bei den Good Morning Britain 1 Million Minutes Awards in London, 23. Januar 2020
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