Essstörung: Sophia Thiel reflektiert extremen "Suchtdruck"
Sophia Thiel (31) dokumentierte ihre Verwandlung vom übergewichtigen Teenager zum Fitnessmodel auf Social Media: 2019 zog sie sich für zwei Jahre aus der Öffentlichkeit zurück – unter anderem wegen ihrer Essstörung. Zu Gast im Podcast "Tigges trifft" von Sebastian Tigges (41) schildert der Social-Media-Star, wie sich die damaligen Essanfälle schon lange vorher ankündigten. Im Mittelpunkt stand dabei ein Gefühl, das sie selbst als "Suchtdruck" bezeichnet. Ihre Gedanken seien unaufhörlich nur noch um eines gekreist: um Essen und darum, wie sie möglichst schnell etwas in die Finger bekommen könne. "Dann hatte ich diesen 'Suchtdruck', wenn man schon Food Noise bekommt und darüber nachdenkt, wo könnte ich Essen auftreiben und wo bekomme ich jetzt was, weil diese Gefühle hochkommen, wie halt bei einem Drogenabhängigen sozusagen", erklärt der Familienmensch in dem Podcast. Der Vergleich zeigt sehr deutlich, wie stark der innere Drang sie damals beeinflusste – sowohl körperlich als auch emotional.
Denn der Kampf spielte sich nicht nur im Kopf ab. Ihr Körper habe jedes Mal eindeutige Signale gesendet, bevor ein Anfall kam. "Es hat sich immer angefühlt, als ob sich mein Hals zuschnürt, eine ganz krasse Enge und Schwere auf der Brust, man kann auch gar nicht mehr richtig atmen, sondern nur ganz krass und schnell", beschreibt die Sportlerin, die durch ihren Fitnesslifestyle laut eigener Aussage massiv an Lebensqualität eingebüßt hat, die Momente im Gespräch mit Sebastian. Neben dem zugeschnürten Hals und dem Druck auf der Brust habe sie eine starke Nervosität verspürt. Die innere Anspannung sei dabei zunehmend gestiegen und schließlich kaum noch erträglich gewesen. Für Außenstehende sei davon oft nichts zu sehen gewesen – innerlich habe sich die Situation aber angefühlt, als würde ihr buchstäblich die Luft wegbleiben.
An bestimmten Verhaltensweisen habe Sophia schließlich selbst gemerkt, dass sich ein Essanfall anbahnte. "Das hat sich in mir angebahnt, wenn ich anfange, an meinen Fingern rumzubeißen. Oder ich habe teilweise meine Fake-Nägel abgerissen, weil ich so angespannt war", erinnert sie sich in "Tigges trifft". Umgeschlagen sei dieser Zustand erst in dem Moment, in dem sie sich innerlich selbst die Erlaubnis gegeben habe. Aus der Anspannung sei dann regelrechte Euphorie geworden: "Okay, jetzt darf ich." Anschließend sei sie nach eigener Schilderung in Biomärkte gegangen und habe dort nach Lust und Laune eingekauft, um ihren Essdruck zu stillen. Dabei ging die Sportlerin damals besonders unerbittlich mit sich selbst ins Gericht. Mittlerweile gehe sie mit ehemals stressigen Situationen wie einem Weihnachtsessen im Familienkreis entspannter um.
























