Flasche Wodka: Ben Zucker spricht offen über Alkoholsucht

Flasche Wodka: Ben Zucker spricht offen über Alkoholsucht

- Theresa Neureuter
Lesezeit: 2 min
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Mit seinem Album "Na und?!" stürmte Ben Zucker (43) 2017 die Charts – doch hinter der Fassade des Sängers steckte eine ernste Krankheit. Gegenüber der Bild-Zeitung spricht der Musiker nun offen über seine Alkoholabhängigkeit und findet dafür klare Worte: "Ich bin alkoholkrank." Die Sucht habe sich schleichend entwickelt, nachdem ihm mit seiner Hitsingle der große Durchbruch gelungen war. Auf einmal standen riesige Bühnen, ausverkaufte Hallen und ein voller Terminkalender mit zahlreichen TV-Auftritten an. Mit dem Erfolg nahmen allerdings auch der Druck, die Anspannung und die Nervosität vor seinen Konzerten zu. Alkohol vermittelte ihm zunächst das trügerische Gefühl, die neuen Herausforderungen besser bewältigen zu können – und so griff er immer häufiger zur Flasche. Als schließlich die Coronapandemie ausbrach und die Isolation folgte, geriet sein Konsum endgültig außer Kontrolle: Über den Tag verteilt trank er meist eine ganze Flasche Wodka.

Auch die Absage seiner geplanten Arenatournee machte die Situation nicht leichter – ebenso wenig wie die räumliche Distanz zu seiner Familie und seinen engen Freunden. Monatelang zog sich der Sänger zurück, ließ sich täglich Fast Food vor die Haustür liefern und hielt seinen Pegel mit Hochprozentigem konstant. Eine Kombination, die alles andere als gesund war und sich rasch zu einer Abwärtsspirale entwickelte: Ben verlor zunehmend die Kontrolle über seinen Konsum, seine Gesundheit nahm Schaden und auch seine damalige Beziehung zerbrach. Der entscheidende Moment folgte schließlich ganz unspektakulär zu Hause – vor dem Spiegel. Nachdem er mindestens 15 Kilogramm zugenommen hatte, erkannte sich der Musiker selbst kaum wieder. Daraufhin fasste er den Entschluss, professionelle Hilfe anzunehmen. Im Herbst 2024 begab er sich in eine Fachklinik, wo er sich in Einzel- und Gruppensitzungen mit den psychologischen Mechanismen hinter seiner Sucht auseinandersetzte.

Wer nun allerdings glaubt, dass der Sänger seither konsequent auf Mineralwasser setzt, liegt falsch. Ein vollständiger Verzicht sei für seine Therapie schließlich gar nicht das vorrangige Ziel gewesen, erklärte Ben gegenüber der Bild-Zeitung. Deshalb gönnt sich der Musiker auch heute hin und wieder einen Wodka auf Eis – zum Entspannen oder nach einem erfolgreichen Konzert. Dass das Thema damit längst nicht erledigt ist, ist ihm selbst bewusst: Trotz seines Klinikaufenthalts räumt der "Na und?!"-Interpret ein, seinen Alkoholkonsum bis heute nicht vollständig unter Kontrolle zu haben.