Paul McCartney nennt John rückblickend "kompletten Idioten"
Paul McCartney (84) findet rückblickend starke Worte für seinen früheren Bandkollegen John Lennon (†40), der 1980 ums Leben kam. In einem Gespräch mit Regisseur Judd Apatow (58) blickte der Musiker laut Variety auf die Spannungen zurück, die zu Beginn der 1970er-Jahre zwischen den beiden Beatles bestanden. "Ich hielt John immer für sehr cool, und das tue ich noch immer. Aber in manchen Dingen konnte er ein kompletter Idiot sein", schilderte Paul. Trotz dieser direkten Aussagen hätten Johns Worte und Taten seine Bewunderung für ihn nie ins Wanken gebracht. Schließlich kannten sich die beiden Musiker bereits seit Pauls Jugendjahren – lange bevor sie als Beatles den Durchbruch schafften. Für ihn seien die Reibereien von damals deshalb nie ein Grund gewesen, das Bild von seinem langjährigen Weggefährten grundsätzlich zu verändern.
Warum sich John ausgerechnet an Pauls musikalischem Weg nach dem Ende der Beatles störte, ist für den Sänger bis heute ein Rätsel. Seine Vermutung: enttäuschte Erwartungen. "Nun, ich weiß es nicht. Ich denke, vielleicht erwartete er mehr von mir. Er erwartete etwas anderes von mir, und das habe ich nicht gemacht. Ich habe einfach nur 'verrücktes Zeug' gemacht", erzählte er im Interview. Ein Jahr nach dem letzten Beatles-Album "Let It Be" gründete Paul 1971 gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau Linda McCartney, Denny Laine (†79) und Schlagzeuger Denny Seiwell die Band Wings. John wertete die frühen Soloarbeiten seines einstigen Partners öffentlich ab und erklärte 1971, er könne sich eine erneute Zusammenarbeit nicht vorstellen. Im Jahr 1975 änderte John jedoch seine Haltung und lobte das Wings-Album "Band on the Run".
"Es spielte keine Rolle, denn es spielte tatsächlich keine Rolle, was er sagte oder tat, denn ich kannte ihn, seit ich 15 war", betonte der Künstler. Und weiter: "Deshalb war er für mich dieser verrückte Kerl, den ich kannte, und ich sah wirklich zu ihm auf." Die Streitigkeiten rund um das Management der Beatles hatten Paul damals tief verletzt. Rückblickend ordnete er Johns hartes Urteil jedoch als Teil von dessen Persönlichkeit ein – und konnte so besser mit den Kränkungen von damals umgehen. Trotz der gegenseitigen Kritik und beruflichen Auseinandersetzungen blieb Pauls Bewunderung für John bestehen.

























