35 Jahre her: Diese Szene aus "My Girl" brach allen das Herz
Wer "My Girl – Meine erste Liebe" in den 90ern gesehen hat, braucht wahrscheinlich nur einen Satz, um sofort wieder an die traurigste Szene des Films zu denken: Thomas J. braucht seine Brille. Ende November 1991 kam der Film in den USA in die Kinos und nähert sich damit seinem 35. Jubiläum. Für viele wurde die Geschichte von Vada Sultenfuss und ihrem besten Freund Thomas J. Sennett damals zu einem festen Teil ihrer Kindheit. Fahrradtouren, erste Schwärmereien, der Stimmungsring und die enge Freundschaft der beiden sorgen zunächst für jede Menge warme Nostalgie. Umso härter traf die Wendung, die plötzlich aus einer Coming-of-Age-Geschichte ein echtes Drama machte.
Thomas J., gespielt von Macaulay Culkin (46), stirbt nach zahlreichen Bienenstichen an einer allergischen Reaktion. Besonders tragisch ist, warum er überhaupt noch einmal in den Wald zurückkehrt: Vada (Anna Chlumsky, 45) hatte dort ihren geliebten Stimmungsring verloren, und Thomas J. will ihn für sie finden. Dabei gerät er in die Nähe des Bienennests und wird mehrfach gestochen – für ihn endet die Suche tödlich. Kurz zuvor hatten die beiden noch ihren ersten Kuss miteinander geteilt – ein unschuldiger Moment, der im Rückblick noch trauriger wirkt. Wenig später muss Vada erfahren, dass ihr bester Freund nicht mehr zurückkommen wird.
Die Szene, die vielen bis heute im Kopf geblieben ist, spielt bei seiner Beerdigung. Vada sieht Thomas J. im offenen Sarg liegen und bemerkt, dass er seine Brille nicht trägt. Verzweifelt macht sie deutlich, dass er ohne sie doch gar nichts sehen könne. Gerade diese kindliche Reaktion macht den Moment so schwer auszuhalten. Vada versteht, dass Thomas J. tot ist, kann aber gleichzeitig kaum begreifen, was das wirklich bedeutet. Für viele Zuschauer wurde genau diese Szene deshalb zum emotionalen Höhepunkt des Films – und zu einem Moment, den sie selbst Jahrzehnte später noch sofort vor Augen haben.
Dass "My Girl" seinem jungen Publikum so viel zumutete, sorgte schon damals für Diskussionen. Vor allem Thomas J.s Tod und die anschließende Szene am offenen Sarg wurden von einigen Eltern als zu heftig empfunden. Das American Film Institute hält fest, dass genau dieser Moment Kritik auslöste. Berichten aus dem Jahr 1991 zufolge reagierten Kinder in einzelnen Kinovorstellungen sogar mit Schreien, als Thomas J. im Sarg zu sehen war. Manche Eltern erklärten damals, sie hätten ihre Kinder lieber in einen anderen Film mitgenommen, nachdem sie erfahren hatten, wie drastisch die Geschichte endet.
Auch zeitgenössische Kritiken warnten davor, "My Girl" für einen harmlosen Kinderfilm zu halten. Hinter der sommerlichen Geschichte über Freundschaft, Familie und erste Liebe steckt schließlich auch eine ziemlich direkte Auseinandersetzung mit Tod und Trauer. Gerade weil Macaulay Culkin damals bereits als Star aus Kevin – Allein zu Haus bekannt war, dürfte sein Schicksal viele junge Zuschauer besonders überrascht haben. Nur ein Jahr zuvor hatte er als Kevin McCallister noch Einbrecher ausgetrickst und Millionen Menschen zum Lachen gebracht. In "My Girl" mussten seine Fans nun plötzlich Abschied von ihm nehmen.
Auch für Vada verändert Thomas J.s Tod alles. Sie muss sich mit einem Verlust auseinandersetzen, den sie vorher kaum begreifen konnte. Genau das hebt den Film bis heute von vielen anderen Jugendfilmen seiner Zeit ab. "My Girl" erzählt nicht nur von erster Liebe und Freundschaft, sondern auch davon, wie plötzlich Kindheit enden kann. Fast 35 Jahre später weckt "My Girl" bei vielen noch immer sofort Erinnerungen an die eigene Kindheit: an Fahrradtouren, den Stimmungsring, Vadas und Thomas J.s ersten Kuss – und natürlich an diese eine Brille. Genau deshalb gehört Thomas J.s Tod wohl bis heute zu den Filmszenen, die eine ganze Generation nicht vergessen hat.





























