Virginia Giuffres Ex-Mann verklagt Nine Network und Anwältin
Robert Giuffre, der getrennt lebende Ehemann der im April 2025 verstorbenen Virginia Giuffre (†41), zieht vor Gericht: Vor dem Obersten Gerichtshof von Westaustralien hat er rechtliche Schritte gegen das Nine Network und Virginias ehemalige Anwältin Karrie Louden eingeleitet. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen Aussagen über ihn und seine Beziehung zu Virginia, die im September 2025 in einer Ausgabe der Sendung "60 Minutes" ausgestrahlt worden sein sollen. Laut der Klageschrift, aus der unter anderem australische Medien zitieren, seien die Veröffentlichungen verleumderisch und herabwürdigend gewesen. Auch Karrie, die Virginia zuvor juristisch vertreten hatte, soll entsprechende Äußerungen getätigt haben. In dem Dokument heißt es laut News.com deutlich: "Die Veröffentlichungen waren falsch, entbehrten jeder Grundlage und erfolgten böswillig mit der Absicht, [Robert Giuffre] zu schaden." Welche konkreten Aussagen der TV-Ausgabe den Kern des Verfahrens bilden, geht aus den bislang bekannt gewordenen Angaben nicht näher hervor.
In der Klageschrift führt Robert zudem aus, dass er infolge der Ausstrahlung bis heute unter erheblichem Leid, Angst, Demütigung und verletzten Gefühlen leide. Auch sein Ansehen sei sowohl in Australien als auch weltweit beschädigt worden. Karrie Louden wollte sich auf Nachfrage nicht zu dem laufenden Verfahren äußern, das Nine Network wurde ebenfalls um eine Stellungnahme gebeten. Parallel dazu beschäftigt ein weiterer Streit die Justiz: Da Virginia ohne Testament starb – sie nahm sich im April 2025 das Leben –, wird um ihren Nachlass gerungen. Ihre Söhne treten in diesem Verfahren als Kläger auf, während ihre Anwältin Karrie und Virginias Betreuerin Cheryl Myers eine Gegenklage erhoben haben. Das Gericht bezog Robert sowie die gemeinsame Tochter und die Söhne in diese Gegenklage ein. Die beiden Verfahren betreffen damit unterschiedliche rechtliche Fragen: Während es bei Roberts Klage um die angeblich rufschädigenden Veröffentlichungen geht, dreht sich der andere Streit um Virginias Nachlass.
Vor Virginias Tod war sie in Westaustralien selbst in ein gerichtliches Verfahren wegen familiärer Gewalt verwickelt gewesen – juristisch vertreten wurde sie damals von Karrie. Inzwischen prüft der Ombudsmann von Westaustralien eine Beschwerde von Virginias US-amerikanischer Familie, die sich auf den polizeilichen Umgang mit den damaligen Fällen häuslicher Gewalt bezieht. Die Angehörigen sehen darin systemische Versäumnisse. Ein Sprecher kündigte an, man werde die Sorge der Familie untersuchen, Virginia sei "fälschlicherweise als Täterin familiärer Gewalt identifiziert worden, obwohl sie ein Opfer von Zwangskontrolle war". International war Virginia als Überlebende des Missbrauchskomplexes um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) bekannt. Darüber hinaus setzte sie sich öffentlich für weitere Betroffene ein. Bereits vor ihrem Tod bekannt gewordene Schilderungen aus ihrem persönlichen Umfeld hatten deutlich gemacht, unter welcher Angst und Belastung sie damals stand. Die aktuelle Prüfung soll nun klären, wie die zuständigen Stellen mit ihrer Situation umgingen.

























