Zverev wird wohl Nummer eins und zieht mit Becker gleich
Alexander Zverev (29) schreibt voraussichtlich deutsche Tennisgeschichte: Nach seinem Auftaktsieg beim Masters-Turnier in Shanghai steht fest, dass der Hamburger die Saison voraussichtlich als Weltranglistenerster abschließen wird. Damit ist er der erste Deutsche seit Boris Becker (58) im Jahr 1991, der den Tennis-Thron erklimmt. Gegen den chinesischen Lokalmatador Yibing Wu setzte sich Zverev mit 6:4 und 7:6 (7:4) durch – allerdings nicht ohne Schrecksekunde. Beim Stand von 5:5 im zweiten Satz knickte er mit dem linken Fuß leicht um und blieb zunächst auf dem Platz sitzen. Nachdem ihn Physiotherapeuten behandelt hatten, konnte er die Partie jedoch fortsetzen und sie letztlich in zwei Sätzen für sich entscheiden. Wann genau er diese Würdigung auf offiziellem Weg erhält, ist laut RTL bislang jedoch noch nicht bekannt. Aktuell steht der Olympiasieger auf Rang zwei hinter dem Italiener Jannik Sinner (25), der sein Saisonende wegen einer Verletzung bereits vorzeitig angekündigt hat.
Sollte Alexander das Turnier in Shanghai gewinnen, würde ihm beim anschließenden ATP-Turnier in Wien vom 24. Oktober bis 1. November schon der Einzug ins Halbfinale reichen. Wenn die Rangliste am 2. November aktualisiert wird, würde er an der Spitze stehen. Verliert er in Shanghai erst im Finale, müsste er in Wien allerdings den Titel nach Hause holen. Scheidet er in China früher aus, würde er sich spätestens bei den ATP Finals als Nummer eins der Weltrangliste etablieren. Nur ein äußerst unwahrscheinliches Rechenszenario könnte den Jahresenderfolg noch verhindern: Carlos Alcaraz (23) oder Ben Shelton müssten sämtliche verbleibende, für die Wertung relevanten Turniere gewinnen und sich zusätzlich für kleinere Wettbewerbe melden. Nach dem Match in Shanghai zeigte sich der Freund von Moderatorin Sophia Thomalla (37) vor allem erleichtert. "Ich bin sehr froh darüber, dass ich es heute in zwei Sätzen geschafft habe. Er geht voll auf jeden Ball, ich habe aber gut serviert", sagte er laut der Nachrichtenagentur dpa. Die riskante Spielweise seines Gegners ordnete er folgendermaßen ein: "Er schlägt so hart, wie es geht. Deshalb hängt das Spiel nicht so sehr von dir selbst ab."
Der Sprung an die Spitze rundet die bislang stärkste Grand-Slam-Saison des Profis ab. In diesem Jahr holte er zunächst den Titel bei den "French Open", vor wenigen Wochen folgte der Triumph bei den "US Open". Im Endspiel von New York setzte er sich gegen Ben Shelton in vier Sätzen durch. Schon damals trat Alexander in die Fußstapfen von Tennislegende "Bobbele", wie Fans Boris liebevoll nennen: Nach dem "US-Open"-Sieg des dreimaligen Wimbledonsiegers im Jahr 1989 war er erst der zweite deutsche Mann, dem dieser Coup gelang. Das war Anlass genug für Boris, seinem Landsmann zum historischen Erfolg zu gratulieren. Nachdem Jannik Sinner sein vorzeitiges Saisonende verkündet hatte, war klar, dass Alexander das Jahr auf Platz eins beenden würde. Daraufhin meldete sich der ehemalige Weltranglistenerste laut dpa öffentlich zu Wort. "Herzlichen Glückwunsch, Sascha!!!"



























