Reform für Charlotte: Queen Elizabeth war nicht begeistert
Eine Gesetzesänderung sorgte 2015 dafür, dass in der britischen Thronfolge nicht mehr das Geschlecht, sondern das Geburtsdatum zählt – und ausgerechnet im Palast soll die Begeisterung darüber überschaubar gewesen sein. Das behauptet der Autor Valentine Low in seinem Buch "Power and the Palace: The Inside Story of the Monarchy and 10 Downing Street" und beruft sich dabei auf eine anonyme Quelle aus dem royalen Umfeld. "Ich hatte nicht den Eindruck, dass vom Palast oder der Königin selbst große Begeisterung ausging", heißt es darin über die damalige Stimmung rund um Queen Elizabeth II. (†96). Die Änderung, die am 26. März 2015 in Kraft trat, betrifft unmittelbar ihre Urenkelin Prinzessin Charlotte (11). Die Tochter von Prinz William (44) und Prinzessin Kate (44) wurde wenige Wochen später geboren und steht heute vor ihrem jüngeren Bruder Prinz Louis (8) in der Thronfolge. Entscheidend ist seit der Reform allein, dass Charlotte älter ist. Nach der früheren Regelung wäre Louis dagegen nur aufgrund seines Geschlechts an seiner Schwester vorbeigezogen. In Lows Buch heißt es über die Haltung des Königshauses: "Ich hatte nicht den Eindruck, dass vom Palast oder der Königin selbst große Begeisterung ausging."
Grundlage der Änderung ist der sogenannte Succession to the Crown Act 2013, der die jahrhundertealte Bevorzugung männlicher Nachkommen beendete. Für alle Mitglieder des Königshauses, die nach Oktober 2011 zur Welt kamen, entscheidet seither allein die Reihenfolge der Geburt. Der Gesetzentwurf wurde im Dezember 2012 veröffentlicht, erhielt im April 2013 die königliche Zustimmung und trat schließlich am 26. März 2015 in Kraft. Vorangetrieben wurde die Verfassungsreform vor allem vom damaligen Premierminister David Cameron (60). Offenen Widerstand aus dem Königshaus soll es laut Valentine Low zwar nicht gegeben haben. Der Palast habe von der Regierung allerdings verlangt, zunächst auch die Zustimmung der anderen 15 Königreiche einzuholen. In "Power and the Palace" beschreibt der Autor die Position so: "Entscheidend war, dass der Palast nicht dagegen war. Er sagte jedoch, die Regierung müsse sich die Unterstützung der anderen 15 Königreiche sichern."
Auch der heutige König Charles III. (77) soll sich für das Vorhaben selbst kaum interessiert haben. Stattdessen hätten ihn die langfristigen Auswirkungen auf die Monarchie umgetrieben, berichtet Valentine Low weiter. Enttäuscht sei Charles demnach darüber gewesen, dass sein ältester Sohn William bei den Planungen nicht einbezogen worden war. Vor der Geburt von Williams erstem Kind habe der Thronfolger zudem wissen wollen, welche Konsequenzen eine erstgeborene Tochter hätte. Dabei soll ihn die Frage beschäftigt haben, ob sich der Name des Königshauses Windsor ändern könnte, falls eine spätere Königin heiratet und den Nachnamen ihres Mannes annimmt. Das erste Kind von William und Prinzessin Kate war schließlich ein Sohn: Prinz George (13) kam am 22. Juli 2013 zur Welt. In der britischen Thronfolge steht George direkt hinter seinem Vater auf Platz zwei. Seine Schwester Charlotte folgt auf dem dritten Rang. Der 2018 geborene Louis nimmt Platz vier ein und bleibt damit trotz seines Geschlechts hinter seiner älteren Schwester.























