Märtha Louise und Durek: Peinliche Panne bei Millionenklage
In der Millionenklage von Prinzessin Märtha Louise (55) und ihrem Ehemann Durek Verrett (51) ist offenbar ein peinlicher Fehler aufgetaucht. Wie Dagbladet berichtet, soll ausgerechnet ein wichtiges Indiz in der 242 Seiten langen Klageschrift auf einer falschen Zeitangabe beruhen. Das Paar will vor einem Gericht in Los Angeles nachweisen, dass Durek Opfer einer gezielten Rufmordkampagne geworden ist, und fordert rund 70 Millionen Euro als Entschädigung. Als Beweis sollen unter anderem Beiträge aus dem norwegischen Internetforum Kvinneguiden dienen. Diese seien angeblich schon vor einem Artikel von Se & Hør vom 16. September 2025 veröffentlicht worden und hätten sich mit einer auf YouTube aufgetauchten Tonaufnahme beschäftigt. Für Märtha Louise und Durek offenbar ein Hinweis darauf, dass bestimmte Personen schon vorab von den Aufnahmen wussten. Doch die Sache hat einen Haken: Laut Recherchen von Dagbladet erschienen die Forumsbeiträge tatsächlich erst mehrere Stunden nach dem Medienbericht.
Hinter dem Fehler steckt offenbar eine Verwechslung der Zeitzonen. Das Forum Kvinneguiden zeigt die Uhrzeiten seiner Beiträge nämlich abhängig davon an, wo sich der jeweilige Nutzer befindet. Wer die Seite in den USA öffnet, bekommt deshalb andere Zeiten angezeigt als jemand in Norwegen. Beim Artikel von Se & Hør blieb die angezeigte Uhrzeit dagegen unverändert. So konnte der Eindruck entstehen, die Diskussion im Forum habe bereits vor der Veröffentlichung des Berichts begonnen. Um der Sache auf den Grund zu gehen, untersuchte Dagbladet auch den HTML-Code der Website. Die dort gespeicherten Zeitstempel sind unabhängig vom Standort des Nutzers. Demnach wurden mehrere Beiträge in der Klageschrift zeitlich falsch eingeordnet. Das betreffende Indiz würde die behauptete frühzeitige Verbreitung der Informationen somit nicht belegen. Märtha Louises Managerin Carina Scheele Carlsen wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf die amerikanischen Anwälte des Paares.
Die beiden Juristen Richard Roth und Jamie Campbell wurden mit den Ergebnissen konfrontiert. Richard wollte sich mit Blick auf das laufende Verfahren zwar nicht näher zu den Einzelheiten äußern, zeigte sich aber weiterhin überzeugt von der Klage. "Ich möchte hervorheben, dass die Klage sehr konkrete Behauptungen enthält, auf die Sie verweisen können, und wir sind äußerst zuversichtlich, dass die Fakten im Prozess jede einzelne Behauptung stützen werden", erklärte er gegenüber Dagbladet. Deutlich kritischer äußerte sich der norwegische Medienrechtsexperte Jon Wessel-Aas. Er bezeichnete den mutmaßlichen Fehler als "ein wenig amateurhaft in einer professionell formulierten, von Anwälten ausgearbeiteten Klage". Ob die fraglichen Informationen von den Mandanten oder den Anwälten selbst stammten, könne er nicht beurteilen. Allerdings müssten Juristen auch Belege, die ihnen ihre Mandanten liefern, vor der Einreichung überprüfen. IT-Experte Torgeir Waterhouse unterstrich ebenfalls, wie entscheidend technisches Fachwissen bei der Bewertung digitaler Beweise sein könne. Gerade Zeitstempel könnten in einem Gerichtsverfahren eine wichtige Rolle spielen.



























