Frauen unter mehr Druck: Emilia Clarke kritisiert Hollywood

Frauen unter mehr Druck: Emilia Clarke kritisiert Hollywood

- Lisa Mayr
Lesezeit: 2 min
Promiflash.de bei Google bevorzugenPromiflash.de bei Google bevorzugen

Kurz vor ihrem 40. Geburtstag spricht Emilia Clarke (39) offen über die Film- und Fernsehbranche. Im Interview mit der britischen Ausgabe von Marie Claire kritisierte die Game of Thrones-Darstellerin, dass Frauen gesellschaftlich noch immer schneller beurteilt und verurteilt würden als Männer. Besonders beschäftigt sie dabei die Situation älterer Kolleginnen: Schauspielerinnen in ihren 50ern und 60ern bekämen ihrer Ansicht nach kaum noch bedeutende Rollen angeboten. "Ja, und das raubt mir den Schlaf", gab sie gegenüber dem Magazin zu. Um sich von solchen Gedanken nicht zu sehr beeinflussen zu lassen, versucht Emilia, ihren Selbstwert unabhängig von den Erwartungen anderer zu sehen. Vergleiche seien für sie ein direkter Weg ins Unglück. Deshalb bemühe sie sich, solche Gedanken bewusst wahrzunehmen, sobald sie aufkämen, und sich stattdessen auf die eigene Persönlichkeit und deren Stärken zu besinnen.

Auch die Schönheitsideale, die durch soziale Medien zusätzlich verstärkt werden, kritisierte die Schauspielerin im selben Gespräch deutlich. Sie beträfen sowohl Frauen als auch Männer. "Ihr wollt, dass wir alle gleich aussehen? Ihr wollt einfach eine Bevölkerung mit demselben Gesicht und demselben Körper? Kommt schon, wir sind Menschen! Wir werden uns verändern", stellte Emilia klar. Wenn es um den eigenen Umgang mit sich selbst geht, spricht sie lieber von Selbstakzeptanz als von Selbstliebe. Schließlich falle es manchen Menschen schwer, sich selbst wirklich zu lieben. Wo sie persönlich gerade steht, beantwortete die Britin lachend: "Mir geht's ganz gut! Ich bin auf dem Weg!" Mit ihrer aktuellen Situation scheint sie also zunehmend im Reinen zu sein. Gleichzeitig beschäftigt sie die Zukunft sehr: "Ich bin auf ungesunde Weise besessen von dem, was noch kommt."

Es ist nicht das erste Mal, dass Emilia auf Probleme in der Branche aufmerksam macht. Bereits früher sprach sie mit Variety über mangelnde Rücksichtnahme auf Schauspielerinnen und berichtete, bei Nacktszenen in verschiedenen Produktionen am Set teilweise zu wenig Unterstützung erlebt zu haben. Welche Projekte sie damit meinte, verriet sie öffentlich nicht. Hinter der Darstellerin liegen außerdem schwierige Jahre: 2011, kurz nach den Dreharbeiten zur ersten Staffel von "Game of Thrones", erlitt sie eine lebensbedrohliche Hirnblutung. 2013 folgte eine zweite. Auch der Tod ihres an Krebs erkrankten Vaters Peter belastete sie sehr. Im Rückblick auf diese Zeit sagte Emilia gegenüber Marie Claire: "Als ich 'Game of Thrones' gedreht habe, hatte ich null Neugier auf mich selbst, auf die Erfahrung, auf überhaupt irgendetwas. Ich stand einfach unter Schock. Ich war wie erstarrt, zehn Jahre lang."

Emilia Clarke bei der New-York-Premiere von Peacocks "Ponies", Januar 2026
Getty Images
Emilia Clarke bei der New-York-Premiere von Peacocks "Ponies", Januar 2026
Emilia Clarke, Schauspielerin
Getty Images
Emilia Clarke, Schauspielerin
Emilia Clarke als Daenerys Targaryen in "Game of Thrones"
Imago
Emilia Clarke als Daenerys Targaryen in "Game of Thrones"
Emilia Clarke kritisiert fehlende starke Rollen für Schauspielerinnen ab 50: Wie seht ihr das?