Schicksale: Königin Camillas bewegte Familiengeschichte

Schicksale: Königin Camillas bewegte Familiengeschichte

- Yasmin Keller
Lesezeit: 3 min
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Königin Camilla (79) hat erstmals ausführlich über das Buch gesprochen, das ihr Leben maßgeblich geprägt hat – die Autobiografie ihres Vaters Bruce Shand. In der BBC-Two-Dokumentation "The Book That Changed My Life" erzählt sie, dass die 1990 veröffentlichten Memoiren ihr spät vor Augen führten, was ihr Vater als Soldat und Kriegsgefangener im Zweiten Weltkrieg durchgemacht hatte. Innerhalb der Familie hatte er darüber jahrzehntelang geschwiegen. Für ihn sei das Niederschreiben "eine riesige Last, die von seiner Seele genommen wurde", erklärt Camilla in der Doku. Erst beim Lesen des fertigen Werks habe sie das ganze Ausmaß seiner Erlebnisse begriffen. Ausgerechnet ihr Vater Bruce, dessen eigene Bildung durch eine schwierige Kindheit und den Krieg unterbrochen worden war, legte den Grundstein für Camillas Bücherliebe. Er las ihr und ihren Geschwistern Annabel und Mark in ihrer Kindheit regelmäßig vor.

In seinem Buch schilderte Bruce eine wohlhabende, aber zerrüttete Kindheit. Sein Vater Philip Morton Shand verließ die Familie, zeitweise lebte der Junge in den USA, später kam er auf ein Internat, das er nach eigenen Worten "von Herzen hasste". Zuflucht fand er früh beim Militär. Für seine Einsätze bei Dünkirchen und El Alamein wurde er mit zwei Military Crosses ausgezeichnet. 1942 wurde er schwer verwundet, seine Kameraden Sergeant Francis und Corporal Plant starben unmittelbar neben ihm. In seinen Erinnerungen beschrieb er seine damalige Sehnsucht nach dem Tod und die Schuldgefühle, die ihn über Jahrzehnte begleiteten: "Inzwischen wünschte ich mir, ein erlösender Tod möge kommen. [...] Ich erkannte, was für ein Chaos ich angerichtet hatte, das zum Tod von Francis und Plant geführt hatte. Offensichtlich hatten sie großes Vertrauen in mich – ein Vertrauen, das verraten worden war, auch wenn ihr Tod glücklicherweise sofort eintrat." Deutsche Soldaten retteten ihn anschließend. Nach einer qualvollen Reise durch Afrika und Griechenland verbrachte er den Rest seiner zweieinhalb Jahre als Kriegsgefangener im Lager Schloss Spangenberg bei Kassel. Dort schloss er mithilfe von Büchern des Roten Kreuzes einige Bildungslücken. Jahrzehnte später half ihm seine Autobiografie dabei, das lange verschwiegene Trauma aufzuarbeiten.

Camillas Familiengeschichte ist eng mit Büchern verwoben – und zugleich von Brüchen geprägt. Ihr eigenwilliger Großvater Philip Morton Shand schrieb über Essen, Wein, Kino und Architektur, heiratete viermal, kümmerte sich kaum um seinen Sohn Bruce und begegnete seiner Tochter Sylvia nie. Bruce selbst wurde dagegen ein bescheidener, verlässlicher Familienmensch. Auch Camillas Sohn Tom Parker Bowles (51) veröffentlichte als Gastronomiekritiker zehn Bücher. Ihr eigenes öffentliches Engagement für Literatur begann im ersten Coronalockdown im April 2020 mit einer Liste von neun Buchempfehlungen. Die große internationale Resonanz führte schließlich zur Gründung der Wohltätigkeitsorganisation The Queen's Reading Room. Diese bringt Leser mit Büchern und Autoren zusammen und unterstützt durch Buchspenden sowie Leseprogramme unter anderem Menschen, die von Obdachlosigkeit oder häuslicher Gewalt betroffen sind. Selbst Camillas Ehemann König Charles III. (77) reiht sich in die schreibende Familie ein: Er hat im Laufe der Jahre 17 Bücher verfasst oder mitverfasst.

Queen Camilla spricht beim Queen's Reading Room Festival in Chatsworth House
Getty Images
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Anlässlich dieses Jubiläums hat das britische Königshaus ein neues offizielles Porträt der Königin veröffentlicht, aufgenommen vom renommierten königl
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Tom Parker Bowles beim Royal Ascot 2024
Getty Images
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Camilla engagiert sich mit ihrem Reading Room für Bücher und soziale Projekte: Wie findet ihr das?