

Sie prägte das NDR-Fernsehen: Hanni Vanhaiden (84) ist tot
Die deutsche Fernsehlandschaft trauert um eine ihrer bekanntesten Stimmen: Hanni Vanhaiden (†84) ist in Hamburg gestorben. Die frühere NDR-Ansagerin starb bereits am 11. Oktober 2026 – ihren Tod machten Freunde und Angehörige erst später mit einer Traueranzeige im Hamburger Abendblatt öffentlich. "Nach einem erfüllten Leben von uns gegangen. Möge sie in Frieden ruhen." Vor allem in den Siebziger- und Achtzigerjahren hatte die gebürtige Hamburgerin den Norddeutschen Rundfunk entscheidend mitgeprägt. Mit ihrer unverwechselbaren Stimme, ihrem feinen Lächeln und ihrer großen Brille wurde sie zu einem bekannten Gesicht auf den deutschen Bildschirmen. Gerade ihre Sehhilfe machte Hanni damals zu einer echten Vorreiterin: Sie war die erste deutsche Fernsehansagerin, die vor laufender Kamera eine Brille trug. Damit setzte sie ein besonderes Zeichen in einer Zeit, in der das Erscheinungsbild der Ansagerinnen noch streng inszeniert wurde.
Bevor sie vor die Kameras trat, stand die als Hanni Hümpel geborene Moderatorin auf der Bühne. Von 1956 bis 1967 tanzte sie im Ballett der Hamburgischen Staatsoper. Erst danach wechselte sie zum NDR und begann dort ihre langjährige Laufbahn vor der Kamera. Ihr Können beschränkte sich jedoch nicht auf die Ansagen zwischen den einzelnen Sendungen. Hanni war auch im Kinderfernsehen zu sehen und wirkte unter anderem bei "Emm wie Meikel" mit. Weitere Auftritte hatte sie im "ARD-Ratgeber: Technik" sowie im BBC-Fernsehsprachkurs "Deutsch Direkt". Dazu kamen kleinere Schauspielauftritte, unter anderem in der Krimireihe "Dem Täter auf der Spur" und im "Tatort". Als klassische Fernsehansagerinnen mit der Zeit immer mehr aus dem Programm verschwanden, verabschiedete sich schließlich auch Hanni vom Bildschirm. Ihre unterschiedlichen Engagements hatten sie zu einem vielseitigen Teil der deutschen Fernsehlandschaft gemacht.
Privat ging die TV-Bekanntheit ihren Weg an der Seite des Schauspielers Rainer Köchermann, den sie 1963 geheiratet hatte. Er starb 2004 im Alter von 74 Jahren. Obwohl die Fernsehbekanntheit beim Publikum äußerst populär war, hielt sie ihr Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Wie bekannt sie damals war, zeigte ein Vorfall vom 2. März 1980: Ein bewaffneter Mann drang in das Studio Hamburg ein, bedrohte Geschäftsführer Martin Willich und verlangte die Telefonnummer der Ansagerin. Die Polizei konnte den Eindringling schließlich überwältigen. Hannis langjährige Kollegin Heidrun von Goessel blickt trotz der traurigen Nachricht gerne auf ihre gemeinsamen Jahre zurück. Gegenüber Bild erinnert sie sich: "Wir hatten eine fröhliche Zeit, der Tod trifft uns alle sehr." Damit verliert die deutsche Fernsehgeschichte eine ihrer prägenden Persönlichkeiten aus der großen Zeit der klassischen Programmankündigungen.






















