Ex-Prinz Andrew knallte Palastsprecher einfach den Hörer auf

Ex-Prinz Andrew knallte Palastsprecher einfach den Hörer auf

- Nurin Khalil
Lesezeit: 3 min
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Ein Telefonat vor vielen Jahren sorgt noch heute für Gesprächsstoff: Dickie Arbiter, einst Pressesprecher von Queen Elizabeth II. (†96), hat eine kuriose Auseinandersetzung mit Andrew Mountbatten-Windsor (66) geschildert. Im Podcast "Royals Unscripted" erzählte er von einer Gartenparty im Buckingham-Palast, bei der rund 100 Bischöfe zu Gast waren. Der Anlass für das Fest war eine Konferenz der anglikanischen Gemeinschaft, die nur alle zehn Jahre stattfindet. Die etwa 100 Bischöfe in ihren purpurroten Gewändern waren Gäste der Queen. Laut Arbiter schlug Andrew vor, im Garten Stühle aufstellen zu lassen, die Geistlichen darauf zu platzieren und die Monarchin anschließend über das vorbereitete Motiv zu informieren. Aus Sicht des Prinzen hätte so ein großartiges Bild entstehen können. Der damalige Prinz habe die Geistlichen für ein Gruppenfoto in Position bringen wollen – doch der Palastsprecher lehnte die gewünschte Inszenierung ab. Daraufhin habe Andrew ihm kurzerhand den Hörer aufgeknallt.

Arbiter wählte sofort erneut und ließ sich das nicht gefallen. Als er nach dem abrupten Ende des Gesprächs zurückrief, habe Andrew sich mit den Worten "Ja. Was wollen Sie?" gemeldet. "Legen Sie mir nie wieder so den Hörer auf", habe er gesagt – inklusive eines Kraftausdrucks, bevor er selbst auflegte. Ein Kollege habe Arbiter nach seiner Retourkutsche gewarnt, er könne dafür gefeuert werden. Damit rechnete der Sprecher aber nicht – er ging davon aus, dass Andrew den Vorfall ohnehin niemandem erzählen würde. Für den früheren Sprecher ist die Episode bezeichnend. "Er war arrogant. Er ist großspurig. Sehr unhöflich. Menschen, die wirklich nichts für ihn tun können, behandelt er wie Dreck." Sein Urteil: Andrew sei ein Tyrann – und an diesem Eindruck habe sich seit seiner Zeit im Palast nichts geändert. Wenige Tage später habe es ein Wiedersehen gegeben – und da sei Andrew plötzlich ausgesprochen freundlich gewesen, erinnert sich der frühere Palastmitarbeiter. An seiner Einschätzung ändert das nichts: "Er ist alles, was an einem Menschen nicht besonders nett ist", lautet sein Fazit im Podcast.

Arbiter arbeitete von 1988 bis 2000 als Pressesprecher der Queen und erlebte den Prinzen dadurch über viele Jahre aus nächster Nähe. Bereits zuvor hatte er der verbreiteten Annahme widersprochen, Andrew sei der Lieblingssohn der Monarchin gewesen. Nach seiner Darstellung stand Elizabeth ihrem jüngsten Sohn Prinz Edward (62) näher, dessen zurückhaltendes Wesen er als Grund für die engere Bindung nannte. Andrew, der seinen Prinzentitel mittlerweile ablegen musste, lebt inzwischen zurückgezogen auf Marsh Farm in Norfolk, nachdem er die Royal Lodge in Windsor verlassen hatte. Anfang des Jahres wurde er festgenommen. Der Verdacht: Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt im Zusammenhang mit seiner Beziehung zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66). Eine Anklage gab es bislang nicht. Er selbst weist jegliches Fehlverhalten zurück.

Prinz Andrew spricht nach dem Tod von Prinz Philip vor der Royal Chapel of All Saints in Windsor
Getty Images
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Dickie Arbiter, ehemaliger Pressesprecher der Queen
Steve Meddle/REX/ActionPress
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Prinz Charles, Queen Elisabeth II. und Prinz Andrew bei der Trooping-the-Colour-Parade 2019
Getty Images
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Dickie Arbiter ließ sich Andrews aufgeknallten Hörer nicht gefallen – wie bewertet ihr seine Retourkutsche?