Andrew Mountbatten-Windsor könnte vor High Court aussagen
Andrew Mountbatten-Windsor (66) droht womöglich schon bald ein Auftritt vor dem High Court in London. Im Rahmen eines Betrugsverfahrens gegen den türkischen Investor Selman Turk, das voraussichtlich im November anläuft, hat ein Richter die Nutzung von Beweisen des Royals genehmigt und den Weg für eine Befragung geebnet. Dreh- und Angelpunkt der Auseinandersetzung ist eine Transaktion von 750.000 Pfund – umgerechnet rund 900.000 Euro. Die türkische Unternehmerin Nebahat Isbilen hatte die Summe laut Express im Jahr 2019 an Andrew überwiesen, als dieser noch den Titel des Duke of York führte. Nebahat wirft ihrem einstigen Finanzberater Selman vor, sie bei diesem Geldtransfer arglistig getäuscht zu haben. Zwar ist die Summe mittlerweile wieder an die Klägerin zurückgeflossen, dennoch könnte der frühere Zahlungseingang den Royal nun zwingen, seine Kenntnisse über die Hintergründe vor den Richtern offenzulegen. Eine finale Verpflichtung zu einer persönlichen Vernehmung ist mit dem aktuellen Beschluss allerdings noch nicht vollends besiegelt.
Selman bestreitet sämtliche Anschuldigungen vehement und forderte deshalb die Anhörung des Königsbruders als Entlastungszeugen. Richter Adam Johnson bewilligte dem Beklagten nun das Recht, sich auf ein Protokoll der erwarteten Bekundungen zu stützen und eine Vorladung anzustreben. In seiner Begründung fand der Richter deutliche Worte: "Angesichts der Schwere der Vorwürfe, sowohl für sich genommen als auch im Hinblick auf ihre weiterreichenden Auswirkungen, verlangt es die Fairness, dass Herr Turk die Möglichkeit erhält, seinen eigenen Standpunkt unter Verwendung der Beweise darzulegen, die er für relevant und wesentlich hält." Der Entschluss bedeutet jedoch keineswegs, dass Andrew zwingend im Gerichtssaal erscheinen muss. Wie aus dem Urteil hervorgeht, wird "wahrscheinlich" eine formelle gerichtliche Vorladung erforderlich sein, um die Aussage einzufordern. Vorerst darf die Verteidigung lediglich die dafür nötigen juristischen Schritte einleiten.
Gegen Andrew, der bereits einige Erfahrung mit schweren Anschuldigungen hat, liegt in dieser Angelegenheit keine Anklage vor. Das Verfahren richtet sich einzig gegen Selman, den Nebahat wegen der mutmaßlichen Täuschung gerichtlich zur Verantwortung zieht. Die Relevanz des Royals gründet sich schlicht auf die Tatsache, dass die 750.000 Pfund (circa 900.000 Euro) im Jahr 2019 auf seinem Bankkonto verbucht wurden. Obwohl die Summe später lückenlos an Nebahat erstattet wurde, könnten seine Angaben entscheidend dazu beitragen, das Geflecht hinter der Überweisung aufzuklären. In den Gerichtsdokumenten wird der zweifache Vater als ehemaliger Duke of York geführt, da er den Titel zum Zeitpunkt des Geldtransfers noch innehatte. Ob der 66-Jährige letztlich tatsächlich im Zeugenstand Platz nehmen und sich zu den Finanzen äußern muss, entscheidet sich wohl in Kürze.



























