Brigitte Bardots Witwer muss raus aus ihrem Paradies
Für Bernard d'Ormale ist das Kapitel La Madrague beendet. Seit dem Tod seiner Frau Brigitte Bardot (†91) im Dezember 2025 wird erbittert um das Erbe der Leinwandlegende gestritten. Nun hat die Stiftung Fakten geschaffen: Am 25. Oktober ließ sie das Anwesen in Saint-Tropez offiziell für Bauarbeiten sperren. Bernard hatte dort 34 Jahre an Brigittes Seite gelebt und auch nach ihrem Tod noch regelmäßig übernachtet. Jetzt steht er vor verschlossenen Toren. Stiftungspräsident Max Guazzini beruft sich auf den letzten Willen der Schauspielerin: "Brigitte hat notariell festgelegt, dass die Bewohner von La Madrague die Immobilie innerhalb von sechs Monaten nach ihrem Tod verlassen müssen. Wenn wir diese Situation fortbestehen lassen, riskieren wir ein Strafverfahren! Was sollen wir denn tun?", zitiert ihn Paris Match. Als Ersatz stellt die Stadt Bernard eine Sozialwohnung mit 25 Quadratmetern unweit der Place des Lices zur Verfügung.
Der Zwist zwischen Bernard und der Stiftung von Brigitte schwelt schon seit Monaten. Im Januar bekam der Witwer die erste Aufforderung, das Anwesen zu räumen. Am 16. September 2026 verlor er außerdem seinen Anspruch auf den Vorsitz der Stiftung. Als Grund nannte man einen Interessenkonflikt, denn er sitze im Verwaltungsrat und lebe zugleich in einem Haus der Stiftung. Bei den jetzigen Arbeiten soll auch ein Tor repariert werden, das Bernard mit seinem Wagen beschädigt haben soll. Dabei sei ein Wachmann verletzt und in eine Klinik gebracht worden. Zusätzlichen Streit löste die Versteigerung bei Drouot am 21. September aus. Brigittes Nachlassstücke brachten der Stiftung und ihrem Sohn Nicolas Charrier fast eine Million Euro ein, etwa 90 Prozent davon stammten aus ihrer Pariser Duplexwohnung. Bernard behauptet, manches davon habe ihm gehört, und zeigte die Stiftungsleitung wegen Diebstahls an. Drei weitere Anzeigen sollen folgen. Die Stiftung widerspricht: Er habe vom Verkauf gewusst und beim Erstellen des Inventars sogar geholfen.
Wie es mit La Madrague weitergeht, richtet sich ebenfalls nach dem Willen von Brigitte Bardot. Einst wollte die Schauspielerin ihr Anwesen in ein Museum verwandeln, änderte dann aber ihr Testament und befreite die Stiftung vor einem Notar von dieser Pflicht. Stiftungsdirektorin Ghislaine Calmels-Bock nennt die hohen Kosten und die schlechte Zugänglichkeit des Grundstücks als Gründe, warum ein regulärer Museumsbetrieb nicht möglich sei. Vorstellbar seien dagegen Führungen für kleine, angemeldete Gruppen oder vereinzelte Events. Auch um Brigittes frühere Wohnung in Paris wird gestritten: Ihr Sohn Nicolas Charrier besitzt die Immobilie, Bernard hat das lebenslange Nutzungsrecht. Laut Max Guazzini hat sich der Witwer bereit erklärt, dieses Recht an Nicolas zu verkaufen und dafür 30 Prozent des späteren Verkaufserlöses zu erhalten.
























