Marvel hatte Bedenken bei Sacha Baron Cohens Teufelsrolle
Vor seiner Besetzung als Mephisto in der Marvel-Serie "Ironheart" führte Sacha Baron Cohen (55) ein überraschendes Gespräch mit den Verantwortlichen. Bei einer Liveausgabe des Podcasts "Happy Sad Confused" mit Josh Horowitz im New Yorker Kulturzentrum 92NY berichtete der Schauspieler, wie ungewöhnlich sensibel das Studio an die Rollenbesetzung heranging. Das Marvel-Team habe vorab wissen wollen, ob er sich als Jude damit wohlfühle, ausgerechnet einen Dämon und Teufelscharakter zu verkörpern. Hintergrund dieser Bedenken ist die lange Geschichte antisemitischer Darstellungen, in denen jüdische Menschen auf diffamierende Weise mit dem Teufel in Verbindung gebracht wurden. Statt ihm die Rolle einfach anzubieten, wollte das Team sicherstellen, dass Sacha sich durch die Besetzung nicht beleidigt fühlen würde. Der Comedian selbst störte sich keineswegs an dem Rollenangebot. Im Gegenteil: Dass seine Perspektive überhaupt angesprochen wurde, gab ihm das Gefühl, verstanden zu werden.
Das Kreativteam habe die historische Belastung der Figur keineswegs ignoriert. Vielmehr hätten die Verantwortlichen Sacha beim Rollenangebot erklärt, dass ihnen die problematische Verbindung bewusst sei und sie ihn damit auf keinen Fall verletzen wollten. "Es war ein wunderbares Treffen, als mir die Rolle angeboten wurde", erinnerte sich der Comedian. Die behutsame Herangehensweise rechnete er den Machern hoch an: "Es war so unglaublich rücksichtsvoll und empathisch, das zu sagen." Sein Debüt im Marvel Cinematic Universe gab der Brite als Mephisto im Finale der ersten Staffel von "Ironheart", die im Juli 2025 erschien. Dort bietet der für seine gefährlichen Abmachungen bekannte Dämon der Hauptfigur Riri Williams, gespielt von Dominique Thorne, einen Deal an: Er könne ihre verstorbene beste Freundin zurückbringen.
Für Sacha, der bald auch als Ali G zurückkehren wird, hatte die Rücksichtnahme bei der Rollenvergabe eine sehr persönliche Bedeutung. "Ich denke, wir Juden da draußen haben manchmal das Gefühl, nicht gesehen zu werden", erklärte der Schauspieler im Podcast. "Wir haben nicht das Gefühl, dass Menschen sich in uns hineinversetzen können, dass auch wir leiden", führte er weiter aus. Besonders bemerkenswert fand Sacha, dass das Produktions- und Regieteam aus Schwarzen Filmschaffenden bestand. "Dass dieses ausschließlich Schwarze Produktions- und Regieteam so empathisch war, war ein Moment, in dem ich mich gesehen fühlte. Es war eine unglaubliche Erfahrung", sagte er. Die einfühlsame Art, wie ihm das Rollenangebot unterbreitet wurde, wird Sacha offenbar noch lange positiv in Erinnerung bleiben.





























