"Historisches Unrecht": Charles äußert sich über Sklaverei

"Historisches Unrecht": Charles äußert sich über Sklaverei

- Yasmin Keller
Lesezeit: 3 min
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König Charles III. (77) ist in der Karibik angekommen – und gleich zum Auftakt seiner neuntägigen Reise wurde es ernst. Bei einer Jugendveranstaltung im Clifford Park in Nassau auf den Bahamas sprach der Monarch über das Leid aus der Zeit der Sklaverei. Wie Reuters und Die Zeit berichten, erklärte er vor den Anwesenden: "Es ist nur richtig, dass wir das große Leid und die Ungerechtigkeiten der Vergangenheit auf diesen Inseln und darüber hinaus anerkennen – auch während wir uns über die Erfolge der Gegenwart freuen und neue Möglichkeiten für die Zukunft schaffen." Eine Entschuldigung oder gar Entschädigungszahlungen wird es allerdings nicht geben: Der Buckingham-Palast hatte bereits vor dem Antritt der Reise deutlich gemacht, dass sich der König an die Haltung der britischen Regierung hält. Der Besuch fällt in eine Zeit, in der karibische Staaten immer lauter fordern, dass Großbritannien seine Rolle im transatlantischen Sklavenhandel umfassender aufarbeitet.

Ganz ohne Gegenwind lief der Termin nicht ab. Laut BBC versammelte sich unweit der Veranstaltung eine kleine Gruppe von Demonstrierenden, die unter anderem die Forderung "Zahlt uns, was ihr uns schuldet" erhob. Charles bestätigte unterdessen, dass die Folgen der Sklaverei auch beim bevorstehenden Treffen der Regierungschefs des Commonwealth auf der Tagesordnung stehen werden – dieser Gipfel bildet den Höhepunkt seiner Reise. Bereits nach seiner Ankunft hatte der König Generalgouverneurin Dame Cynthia A. Pratt und Premierminister Philip Edward Davis getroffen, außerdem kam er mit Angehörigen der Streitkräfte zusammen. Im Clifford Park sprach er zudem über die Gefahren des Klimawandels. Er warnte vor dessen Gefahren für die niedrig gelegenen Karibikinseln und rief junge Menschen dazu auf, sich an der Bewältigung der Klimakrise zu beteiligen. Nach weiteren Terminen auf den Bahamas reist der Royal nach Guyana sowie Antigua und Barbuda. Dort kommt Königin Camilla (79) hinzu, bevor beide am Commonwealthgipfel teilnehmen.

Mit dem Clifford Park verbindet den Royal eine ganz persönliche Erinnerung. 1973 hatte er dort seine Mutter, Queen Elizabeth II. (†96), bei den Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit der Bahamas vertreten. "Ich freue mich sehr, wieder hier im Clifford Park zu sein – einem Ort, mit dem mich so schöne Erinnerungen verbinden: Hier habe ich 1973 meine Mutter, Ihre verstorbene Majestät Königin Elisabeth II., bei den Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit vertreten", sagte er laut Die Zeit. Und weiter: "Ich kann kaum glauben, dass es schon 53 Jahre her ist, seit ich hier stand und miterlebte, wie die Flagge der Bahamas zum allerersten Mal gehisst wurde." Proteste erlebt der König derzeit jedoch nicht nur in der Karibik. Erst wenige Tage zuvor hatten Monarchiegegner Charles und Camilla bei der feierlichen Eröffnung des walisischen Parlaments in Cardiff mit kritischen Plakaten empfangen. Für Charles war es die erste Eröffnung des Senedd in seiner Rolle als König.

König Charles III. hält eine Rede bei der Jugendveranstaltung "The Future Bahamas" in Nassau
Getty Images
König Charles III. hält eine Rede bei der Jugendveranstaltung "The Future Bahamas" in Nassau
König Charles III. spricht mit dem bahamaischen Premierminister Philip Davis bei einem Besuch in Nassau
Getty Images
König Charles III. spricht mit dem bahamaischen Premierminister Philip Davis bei einem Besuch in Nassau
König Charles III. bei der King's Foundation in Schottland, September 2026
Getty Images
König Charles III. bei der King's Foundation in Schottland, September 2026
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