Prinz William könnte Charles' Commonwealth-Amt ablehnen
Prinz William (44) könnte nach seiner Thronbesteigung einen anderen Kurs als sein Vater König Charles III. (77) verfolgen und auf die Leitung des Commonwealth verzichten. Wie Quellen der Times berichten, hält sich der Prinz von Wales bei dieser Aufgabe weiterhin zurück. "Die Position hat sich nicht geändert", erklärten die Insider gegenüber der Zeitung. Selbst als britischer König würde William nicht automatisch zum Oberhaupt der Gemeinschaft werden. Denn anders als die Krone wird dieses Amt nicht innerhalb der Königsfamilie vererbt. Stattdessen entscheiden die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer selbst über die künftige Besetzung der Position. Nach dem Ende von Charles' Amtszeit könnten die Vertreter der 56 Nationen daher auch eine andere Persönlichkeit als seinen ältesten Sohn auswählen. Williams bisherige Zurückhaltung lässt zumindest nicht erkennen, dass er das Amt unbedingt übernehmen möchte. Die endgültige Entscheidung über die künftige Führung liegt allerdings bei den Mitgliedern des Commonwealth.
Bereits nach seiner kontrovers diskutierten Karibikreise mit Prinzessin Kate (44) im Jahr 2022 hatte William klargestellt, dass er keinen Anspruch auf die spätere Leitung des Commonwealth erhebt. "Wen das Commonwealth künftig als Oberhaupt seiner Familie auswählt, beschäftigt mich nicht", erklärte der Royal damals. Bei der Gemeinschaft handelt es sich um einen freiwilligen Zusammenschluss von 56 unabhängigen Staaten, von denen fast alle früher unter britischer Herrschaft standen. Auch Charles erhielt seine Position nicht automatisch durch die königliche Erbfolge. Die Staats- und Regierungschefs wählten ihn 2018 einstimmig zum Nachfolger seiner Mutter Queen Elizabeth II. (†96) als Oberhaupt des Commonwealth. Derzeit übt Charles diese repräsentative Funktion weiterhin aus. Gemeinsam mit Königin Camilla (79) befindet er sich auf einer neuntägigen Reise durch die Karibik. Dabei steht unter anderem der Commonwealth-Gipfel in Antigua auf dem Programm, bei dem Vertreter der Mitgliedstaaten zusammenkommen.
Die damalige Reise von William und Kate nach Belize, auf die Bahamas und nach Jamaika wurde von Kritik und Protesten begleitet. Während des Besuchs passte William eine Rede an, um die Rolle Großbritanniens im Sklavenhandel ausdrücklich anzuerkennen. Auch Charles hat sich wiederholt öffentlich mit diesem Kapitel der britischen Geschichte auseinandergesetzt. Im Jahr 2021 bezeichnete er die Sklaverei als eine "entsetzliche Gräueltat", die "unsere Geschichte für immer befleckt" habe. Ein Jahr später sprach Charles darüber, wie er persönlich versucht, die bis heute spürbaren Auswirkungen der Sklaverei besser zu verstehen. Im September bekräftigte auch der Palast, dass der Monarch sich "persönlich und von ganzem Herzen" dafür einsetze, geeignete Wege zum Umgang mit dem historischen Unrecht zu finden. Die Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit begleitet somit sowohl Charles' Arbeit im Commonwealth als auch Williams Auftritte in früheren britischen Kolonien.

























