Paris Jackson (28) verschärft den Streit um das Erbe ihres verstorbenen Vaters. Ende Oktober reichte die Tochter von Michael Jackson (†50) beim Superior Court in Los Angeles einen Antrag ein, der die Übertragung von 600 Millionen Dollar aus dem Nachlass des 2009 gestorbenen "King of Pop" an den Michael Jackson Family Trust vorsieht. Von diesem Familientrust sollen neben Paris auch ihre Brüder Prince (29) und Bigi (24) profitieren. Im Dezember soll das Gericht über den Antrag beraten. Wie Page Six berichtet, erhebt Paris dabei schwere Anschuldigungen gegen Nachlassverwalter John Branca. Dieser halte sie und ihre Brüder trotz der beträchtlichen Einnahmen seit mehr als 17 Jahren von ihrem vorgesehenen Erbe fern. Durch seine Kontrolle über die Auszahlungen halte er die Geschwister in einem "eisernen Griff". Die Nachlassverwaltung weist diese Vorwürfe gegenüber dem Portal entschieden zurück. Rechtliche Hindernisse hätten bislang verhindert, dass sowohl der Familientrust als auch die persönlichen Trusts vollständig ausgestattet werden konnten. Als wesentlichen Grund nennt sie einen noch laufenden Steuerstreit mit der US-Steuerbehörde IRS. Die Behauptung, Auszahlungen seien zurückgehalten oder gekürzt worden, sei eine "vollständige Erfindung".
Um ihren Antrag zu untermauern, führt Paris konkrete Summen an. Bis Ende 2024 habe der Nachlass insgesamt mehr als 2,5 Milliarden Dollar brutto eingenommen und verfüge über rund 850 Millionen Dollar an Bargeld und vergleichbaren Vermögenswerten. Nach Abzug möglicher Verpflichtungen seien ihrer Einschätzung nach rund 600 Millionen Dollar für eine Übertragung verfügbar. Zu den großen Einnahmequellen zählt sie unter anderem den Verkauf der Beteiligung an EMI Music Publishing für 287,5 Millionen Dollar im Jahr 2018. Auch der Verkauf der Neverland Ranch im Dezember 2020 für insgesamt 22 Millionen Dollar wird im Zusammenhang mit dem Vermögen ihres Vaters genannt. Allerdings gehörte das Anwesen einer gemeinsamen Gesellschaft des Jackson-Nachlasses und eines von Colony Capital verwalteten Fonds. Der gesamte Verkaufspreis floss deshalb nicht automatisch in den Nachlass. Außerdem verweist Paris auf den Sony-Deal, bei dem das Unternehmen 50 Prozent der Musikrechte ihres Vaters übernahm. Für diesen Anteil wurden mindestens 600 Millionen Dollar gezahlt. Variety bezifferte den Gesamtwert der Rechte auf mindestens 1,2 Milliarden Dollar, möglicherweise sogar 1,5 Milliarden. Die beantragten 600 Millionen Dollar sollen zunächst dem Michael Jackson Family Trust zugutekommen. Die entsprechenden Regelungen sehen vor, dass die Geschwister mit 30 Jahren jeweils ein Drittel ihres vorgesehenen Kapitals erhalten, mit 35 die Hälfte des verbleibenden Betrags und mit 40 den Rest. Wann und in welcher Höhe tatsächlich Geld an sie ausgezahlt wird, hängt von den Bedingungen des Trusts ab. Prince wird im Februar 2027 30 Jahre alt, Bigi feiert im selben Monat seinen 25. Geburtstag und Paris wird im April 29. Darüber hinaus verlangt sie, dass der Nachlass ihre Anwalts- und Gerichtskosten übernimmt. Die Gegenseite verweist dagegen auf den Steuerstreit mit dem IRS: Die US-Behörde habe ursprünglich Steuern und Strafen in Höhe von 700 Millionen Dollar gefordert. Zwar sei diese Forderung inzwischen deutlich gesenkt worden, endgültig abgeschlossen sei das Verfahren aber noch nicht.
Bereits in der Vergangenheit hatte Paris rechtliche Schritte wegen des Umgangs mit dem Vermögen ihres Vaters eingeleitet. Dabei bemängelte sie unter anderem mangelnde Transparenz, verspätete Abrechnungen und Zahlungen an Mitarbeiter, die ihrer Ansicht nach ungewöhnlich und vertraglich nicht vorgesehen waren. Im November 2025 erlitt sie vor Gericht jedoch einen Rückschlag: Ein Gericht in Los Angeles strich mehrere Abschnitte aus einer ihrer Eingaben und verpflichtete sie, einen Teil der gegnerischen Anwaltskosten zu übernehmen. Die Nachlassverwalter hatten sich dabei erfolgreich auf das kalifornische Anti-SLAPP-Gesetz gestützt. In ihrem aktuellen Antrag wirft Paris den Verantwortlichen vor, auf ihre Kritik mit aggressiven Gerichtsverfahren und öffentlichen Angriffen reagiert zu haben. Zudem seien die Leistungen für sie und ihre Brüder um mehrere Millionen Dollar gekürzt worden. Die Nachlassverwaltung weist auch diese Anschuldigungen entschieden zurück. Michael Jackson war am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren gestorben. In seinem Testament hatte er den Michael Jackson Family Trust als alleinigen Begünstigten seines Nachlasses eingesetzt. John Branca wurde gemeinsam mit John McClain und Barry Siegel als Testamentsvollstrecker benannt. Siegel lehnte das Amt später ab. Branca war außerdem als Nachfolger im Amt des Co-Trustees des Familientrusts vorgesehen.

























