Im Zusammenhang mit den Besuchen von Andrew Mountbatten-Windsor (66) und Jeffrey Epstein (†66) auf dem königlichen Landsitz Sandringham ist eine Entscheidung gefallen. Die Polizei von Norfolk hat die Prüfung des Materials dazu abgeschlossen und sieht keinen Anlass für strafrechtliche Ermittlungen. Grundlage waren Unterlagen, die das US-Justizministerium veröffentlicht hatte. "Nach einer Prüfung der Informationen, auf die wir aufmerksam gemacht wurden, wurden keine Beweise gefunden, die eine strafrechtliche Untersuchung durch die Polizei von Norfolk rechtfertigen würden, und es sind keine Anschuldigungen eingegangen", erklärte eine Sprecherin der Behörde gegenüber Express. Ganz vom Tisch ist das Thema damit allerdings nicht. Die Bewertung von Dokumenten zur möglichen Nutzung des Militärflugplatzes RAF Marham in Norfolk läuft weiterhin. Die Papiere liegen mittlerweile bei einer nationalen Koordinierungsgruppe. Diese prüft das Material, das mit Polizeibehörden in ganz Großbritannien geteilt wurde, nach einheitlichen Maßstäben. "Dokumente, die Standorte des Verteidigungsministeriums betreffen, wurden an die nationale Gruppe weitergeleitet und werden weiterhin von ihr geprüft. Diese Arbeit dauert an", sagte die Sprecherin diesbezüglich.
Dass gerade RAF Marham eine Rolle spielt, hat einen Hintergrund. Bereits 2011 hatte The Telegraph berichtet, dass Jeffrey im Dezember 2000 mit einem Gulfstream-Jet auf dem Stützpunkt gelandet sei. Anschließend soll er gemeinsam mit dem damaligen Duke of York und Ghislaine Maxwell (64) Zeit in Sandringham verbracht haben. Laut Daily Mail war der Unternehmer außerdem 2007 Gast einer "Wochenend-Hausparty" auf dem Anwesen. Auch in einer Portfoliowarnung der Deutschen Bank zu Jeffrey, die auf den 7. November 2019 datiert ist, taucht Sandringham auf. Das Schreiben gehört zu den veröffentlichten US-Akten. Der frühere Premierminister Gordon Brown soll im Februar gefordert haben, polizeilich klären zu lassen, ob Andrew für Treffen mit Jeffrey steuerfinanzierte Flugzeuge und RAF-Stützpunkte genutzt haben könnte. Mit der Sandringham-Entscheidung sind die Ermittlungen rund um den Royal demnach nicht final beendet. Im Februar war Andrew wegen des Verdachts auf Fehlverhalten in einem öffentlichen Amt festgenommen und nach seiner Befragung wieder freigelassen worden. Angeklagt wurde er bis dato nicht, er weist jedes Fehlverhalten zurück. Die Ermittlungen laufen also weiter.
Auch Schloss Balmoral beschäftigt die Behörden unverändert. Dort soll sich Andrew ebenfalls mit Jeffrey und Ghislaine aufgehalten haben. Die schottische Polizei bestätigte, entsprechende Hinweise erhalten zu haben. Die Nachforschungen befinden sich aber noch in einem frühen Stadium. Wie Express berichtet, geht es dabei um Behauptungen, wonach Frauen auf den privaten Landsitz des britischen Königs in den schottischen Highlands gebracht oder sogar dorthin verschleppt worden sein könnten. Zu einzelnen Besuchen nennen die Ermittler keine weiteren Details. Darüber hinaus sollen Jeffrey und Ghislaine im Jahr 2000 eine gemeinsame Geburtstagsfeier auf Schloss Windsor besucht haben. Zudem sollen sie an einem Schießwochenende teilgenommen haben, das Andrew organisiert hatte. Ob diese Aufenthalte konkret untersucht werden, ließ Thames Valley Police offen. Gegenüber dem Portal Express hieß es lediglich: "Wir können nicht auf Einzelheiten der Ermittlungen eingehen, aber wir verfolgen alle vernünftigen Ermittlungsansätze."


























