Ex-Prinz Andrew muss im Betrugsprozess als Zeuge aussagen

Ex-Prinz Andrew muss im Betrugsprozess als Zeuge aussagen

- Sandra Wickert
Lesezeit: 3 min
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Andrew Mountbatten-Windsor (66) muss vor Gericht erscheinen und schreibt damit ein Stück royale Geschichte, wenn auch unfreiwillig. Wie BBC berichtet, wurde der Bruder von König Charles III. (77) per Zeugenladung dazu verpflichtet, in einem Betrugsprozess vor dem High Court auszusagen. Seit dem 19. Jahrhundert musste sich kein Mitglied der britischen Royal Family mehr einer solchen Anordnung beugen. Andrew soll im Verfahren gegen den Finanzberater Selman Turk als Zeuge auftreten. Diesem wird vorgeworfen, die türkische Millionärin Nebahat Evyap Isbilen um mehrere zehn Millionen Euro betrogen zu haben. Selman bestreitet die Anschuldigungen. Dem früheren Prinzen selbst wird in dem Prozess kein Fehlverhalten zur Last gelegt. Bei seiner Aussage dürfte es aber vor allem um eine bestimmte Geldsumme gehen: Im Jahr 2019 flossen umgerechnet rund 900.000 Euro an Andrew.

Nebahat ging damals nach eigenen Angaben davon aus, dass Andrew ihr mit dem Geld bei der Beschaffung eines neuen Passes helfen würde. Die Geschäftsfrau war aus der Türkei geflohen, ihr Ehemann sitzt dort weiterhin im Gefängnis. Wie The Telegraph 2022 berichtete, erklärten Selman und Andrews Büro später gegenüber Nebahats Bank, bei der Überweisung habe es sich um ein "Hochzeitsgeschenk" für Prinzessin Beatrice (38) gehandelt. Andrews Tochter hatte Edoardo Mapelli Mozzi (42) im Juli 2020 geheiratet und wurde seitdem immer wieder mit Trennungsgerüchten konfrontiert. Das Geld wurde schließlich zurückgezahlt. Ende Oktober erlaubte Richter Adam Johnson Selman, Andrew als Zeugen aufzurufen. Da offenbar unklar war, ob der Royal freiwillig vor Gericht erscheinen würde, wurde eine formelle Vorladung nötig. "Angesichts der Schwere der Vorwürfe, sowohl für sich genommen als auch im Hinblick auf ihre weiterreichenden Auswirkungen, verlangt es die Fairness, dass Herr Turk die Möglichkeit erhält, seinen eigenen Fall darzulegen und dabei die Beweise zu verwenden, die er für relevant und wesentlich hält", begründete der Richter laut BBC seine Entscheidung.

Nach eigenen Angaben hatte Nebahat dem Finanzberater insgesamt umgerechnet rund 80 Millionen Euro anvertraut. Ein Teil davon soll an Andrews Familie geflossen sein: Demnach erhielt der Ex-Prinz mehr als 1,2 Millionen Euro, seine Ex-Frau Sarah Ferguson (67) rund 270.000 Euro und seine jüngere Tochter Prinzessin Eugenie (36) rund 30.000 Euro. Damit reicht die umstrittene Angelegenheit bis in den engsten Kreis des früheren Duke of York, der Vater der Prinzessinnen Beatrice und Eugenie ist. Auch wenn ihm im laufenden Betrugsverfahren selbst nichts vorgeworfen wird, steht er durch die Zeugenladung nun im Fokus des Prozesses. Andrew hat Vorwürfe eines Fehlverhaltens stets zurückgewiesen. Auch Selman weist sämtliche gegen ihn erhobenen Anschuldigungen von sich.

Andrew Mountbatten-Windsor bei einer Messe in London
Getty Images
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Andrew Mountbatten-Windsor vor der St George’s Chapel, Windsor, 27. Februar 2024
Getty Images
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Andrew Mountbatten Windsor bei der Totenmesse für die Duchess of Kent in der Westminster Cathedral, September 2025
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Andrew Mountbatten Windsor bei der Totenmesse für die Duchess of Kent in der Westminster Cathedral, September 2025
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