Der Fall Russell Brand könnte weitere Stars zu Fall bringen

Der Fall Russell Brand könnte weitere Stars zu Fall bringen

- Anita Ehlert
Lesezeit: 3 min
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Der Schuldspruch gegen Russell Brand (51) könnte nach Einschätzung von Kriminalbeamtin Laura Nelson weit über seinen eigenen Fall hinausreichen. Die Leiterin des Ermittlungsteam der Sondereinheit für schwere Sexualdelikte bei der Londoner Metropolitan Police bezeichnete die Verurteilung des 51-jährigen Schauspielers und Comedians am 6. November 2026 vor dem Southwark Crown Court als möglichen Wendepunkt. Wie sie gegenüber The Sun erklärte, könne die Verurteilung Frauen und Männer ermutigen, mutmaßliche sexuelle Übergriffe durch andere bekannte Persönlichkeiten zu melden. Dadurch könnten womöglich weitere Prominente ins Visier der Justiz geraten. "Dieser Fall zeigt, dass niemand über dem Gesetz steht, ganz gleich, wie viel Geld er hat oder wie berühmt er ist", betonte Laura. Außerdem wandte sie sich an alle, die im Nachhinein erkennen, dass sie in der Medienbranche oder an ihrem Arbeitsplatz Missbrauch erlebt haben. "Ich würde sie ermutigen, sich an die Polizei zu wenden. Wir werden Ihnen zuhören und Sie mit Fürsorge behandeln", versicherte die Ermittlerin.

Eine Jury hatte Russell heute in mehreren Punkten schuldig gesprochen. Dazu zählen das Begrapschen einer MTV-Mitarbeiterin bei einer Feier in einer Bar im Londoner Stadtteil Soho im Jahr 2004 sowie ein übergriffiger Kuss und das Begrapschen einer Mitarbeiterin von Capital Radio im darauffolgenden Jahr. 2009 vergewaltigte er einen damals 21-jährigen Fan in seinem Haus in Hampstead. Im selben Jahr kam es zudem zu einem sexuellen Übergriff auf eine Mitarbeiterin von Channel 4. Von anderen Anklagepunkten wurde der Brite hingegen freigesprochen. Darunter waren zwei Vergewaltigungsvorwürfe und der Vorwurf, er habe 2001 eine MTV-Mitarbeiterin für einen sexuellen Übergriff in eine Toilette zerren wollen. Laura geht dennoch von weiteren Betroffenen aus. Die Met hat deshalb eine eigene Anlaufstelle eingerichtet. "Wir werden Ihnen zuhören, Sie mit Würde behandeln und Sie durch die Abläufe begleiten", sagte sie The Sun. Oberstaatsanwalt David Roberts erklärte dort ebenfalls: "Selbst wenn jemand ein Hollywoodstar ist, werden wir ihn unabhängig von seiner Stellung strafrechtlich verfolgen."

Den Anstoß zu den polizeilichen Ermittlungen gab im September 2023 die gemeinsame Recherche "Russell Brand: In Plain Sight" von Channel 4s "Dispatches", The Times und The Sunday Times. Laut Laura habe die Dokumentation den betroffenen Frauen gezeigt, dass sie nicht allein sind. Das habe ihnen den Mut gegeben, sich bei den Behörden zu melden. Dass viele so lange geschwiegen hatten, erklärt die Ermittlerin mit Russells damaliger Macht und Bekanntheit. Die Frauen hätten befürchtet, dass ihnen niemand glauben würde. Menschen aus seinem Umfeld hätten sein Verhalten wegen seines Promistatus eher toleriert, statt ihm entgegenzutreten. Seit den Fällen um Jimmy Savile und Harvey Weinstein (74) sowie durch die #MeToo-Bewegung habe sich die Gesellschaft jedoch verändert. Machtmissbrauch werde heute stärker hinterfragt. Auch bei der Polizei und an Arbeitsplätzen gebe es bessere Möglichkeiten, Vorfälle zu melden, obwohl Laura weiterhin Verbesserungsbedarf sieht. Im Zuge der Ermittlungen wurden außerdem Personen aus Russells Umfeld überprüft. Bislang stellten die Beamten keine damit verbundenen Straftaten fest, behalten diesen Aspekt laut Laura aber weiterhin im Blick.

Russell Brand kommt am 5. November 2026 zum Southwark Crown Court in London
Getty Images
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Russell Brand trifft zum Prozess am Southwark Crown Court in London ein, 28. Oktober 2026
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Russell Brand verlässt am 21. Oktober 2026 das Southwark Crown Court in London
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Glaubt ihr, dass der Schuldspruch gegen Russell Brand weitere Betroffene ermutigen wird, Übergriffe durch Prominente zu melden?