Russell Brand (51) hatte seine Angst vor einer Gefängnisstrafe bereits vor dem Prozess öffentlich gemacht. Nach einem Schuldspruch wegen Vergewaltigung und drei weiteren sexuellen Übergriffen befindet sich der Comedian nun im Londoner Gefängnis Wandsworth. Wie die Daily Mail berichtet, sprach er kurz vor Verfahrensbeginn mit seiner Ehefrau Laura Gallacher (39) in seiner Show "Sunday Service" über eine mögliche Inhaftierung. Die Folge entstand einen Tag vor der Auswahl der Geschworenen. Darin las Laura eine ermutigende Nachricht vor, wonach Gott auch im Gefängnis an seiner Seite bleiben werde. Russell unterbrach sie: "Ich mag solche Dinge nicht, bei denen es heißt, dass man vielleicht ins Gefängnis muss." Seine Frau reagierte verständnisvoll, erinnerte ihn aber an den ungewissen Ausgang: "Ja, ich weiß, aber das liegt nun einmal in der Natur eines Prozesses."
Nach dem Schuldspruch wurde Russell gegen 18 Uhr in die Haftanstalt im Süden Londons überführt. Dort folgten die regulären Aufnahmeformalitäten mit medizinischer Untersuchung und Leibesvisitation. Statt Anzug und Seidenkrawatte musste er anschließend Gefängniskleidung tragen. Seine erste Nacht verbrachte er dem Bericht zufolge verängstigt in einer etwa 2,99 mal 2,04 Meter großen Zelle mit einem harten Bett. Aufgrund seiner Bekanntheit und der Verurteilung als Sexualstraftäter gelte er als besonders gefährdet. Mögliche Übergriffe durch Mithäftlinge sollen die Verantwortlichen deshalb aufmerksam im Blick behalten. Eine Freilassung gegen Kaution hatte der Richter abgelehnt und eine "erhebliche Freiheitsstrafe" in Aussicht gestellt. Am Montag soll Russell zur Verkündung des Strafmaßes erneut vor Gericht erscheinen. Seine Anwälte prüfen laut Daily Mail eine Berufung mit der Begründung, er habe keinen fairen Prozess erhalten. Eine Entscheidung darüber soll jedoch erst nach Festlegung des Strafmaßes fallen.
Im Verlauf des Verfahrens hatte Russell mehrfach seinen Glauben als wichtige Stütze beschrieben. Auf die Frage von Piers Morgan (61), was eine mögliche Haft für ihn bedeuten würde, erklärte er: "Ich werde bei Gott sein, wo immer ich bin." Zudem sagte er, täglich in der "vollen Waffenrüstung Gottes" vor Gericht zu treten. Dass ihn die Aussicht auf eine Gefängnisstrafe dennoch beunruhigte, wurde im Gespräch mit Laura deutlich. Seine Ehefrau, mit der er zwei Kinder hat, begleitete ihn an nahezu jedem Verhandlungstag in den Gerichtssaal. Kurz nach der Verkündung des Schuldspruchs verließ sie den Raum. Russell ließ sich laut Sky News bei der Bekanntgabe der Urteile äußerlich kaum etwas anmerken. Seinen Anwälten signalisierte er mehrfach mit den Lippen "Mir geht es gut" und wiederholte anschließend: "Mir geht es gut, mir geht es gut, mir geht es gut."

























