Helen Mirren ist für neue Filmrolle kaum wiederzuerkennen

Helen Mirren ist für neue Filmrolle kaum wiederzuerkennen

- Theresa Neureuter
Lesezeit: 3 min
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Helen Mirren (81) ist in ihrem neuen Kinofilm "Ein Talent fürs Morden" kaum wiederzuerkennen. Für ihre Rolle stellte die Schauspielerin ihre Eitelkeit hintenan und verwandelte sich in die berühmte Krimiautorin Patricia Highsmith. Der Film läuft seit Donnerstag, dem 05. November, im Kino. In dem psychologisch vielschichtigen Drama wollte Helen der Schriftstellerin jedoch nicht nur optisch möglichst nahekommen. Vor allem ging es ihr darum, Highsmiths Innenleben zu ergründen und zu verstehen, weshalb sie die psychologischen Aspekte von Gewalt so faszinierten. Obwohl die Handlung fiktiv ist, legte die Britin großen Wert auf Authentizität. "Ich habe, so viel ich konnte, zu ihr recherchiert, ich wollte sie so akkurat wie möglich spielen. Sie war nicht besessen von Gewalt, aber die psychologische Seite daran hat sie fasziniert", erklärte sie gegenüber der Zeitung Krone. Highsmiths Bücher waren Helen bereits bekannt: Sie hatte zwei "Mr. Ripley"-Bände gelesen und sämtliche Verfilmungen gesehen.

Da sich Highsmith im Film teilweise grausam und boshaft zeigt, setzte sich Helen auch mit den finsteren Gefühlen auseinander, die ihrer Meinung nach in jedem Menschen schlummern. "Jeder hat eine dunkle Seite. Angst, Eifersucht, Irritation", erklärte sie im Gespräch mit der Zeitung. Dabei nimmt sich die Oscarpreisträgerin selbst nicht aus. "Es sind Momente der Grausamkeit, und danach denkt man sich: 'Oh Gott, das war schrecklich, das zu sagen, warum habe ich das gemacht?'" Eine Spitze gegen die US-Regierung konnte sie sich dabei nicht verkneifen: "Andere Leute dagegen haben gar kein Problem mit Grausamkeit. Und ziemlich viele davon arbeiten zurzeit in unserer Regierung." Die Arbeit an dem Psychokrimi habe ihr großen Spaß bereitet. Schauspieler seien für sie wie Detektive: Sie müssten Kleidung, Körperhaltung, Vorgeschichte und Psyche einer Figur genau unter die Lupe nehmen und Menschen schnell erfassen. Regisseur Anton Corbijn (71) habe ihr mit seinem Gespür für Bilder Sicherheit vermittelt und dem Cast viel Freiraum gelassen. Insgesamt beschreibt Helen die Dreharbeiten als sehr intensiv.

Erst Anfang Oktober wurde Helen eine besondere Ehre zuteil: Beim Filmfest Hamburg erhielt sie den Douglas-Sirk-Preis für ihr Lebenswerk. Die Laudatio hielt ihre Freundin und Kollegin Iris Berben (76). In sehr persönlichen Worten würdigte sie Helens Vielseitigkeit, Klugheit, Bescheidenheit und Humor. Besonders hob Iris hervor, dass die 81-Jährige Königinnen, Ermittlerinnen oder Schriftstellerinnen nicht einfach nur spiele. Vielmehr verleihe sie ihren Figuren Stärke, Widersprüche, Verletzlichkeit, Humor und Eigensinn. Während der Preisverleihung saß Helen im Publikum und verfolgte die Rede ihrer Freundin sichtlich emotional. Dabei ist es nicht ihre erste Auszeichnung: Für ihre Rolle als Queen Elizabeth II. (†96) in dem Film "Die Queen" hatte die Schauspielerin 2007 sogar den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewonnen.

Helen Mirren bei der New Yorker Premiere von "A Talent For Murder", Oktober 2026
Getty Images
Helen Mirren bei der New Yorker Premiere von "A Talent For Murder", Oktober 2026
Helen Mirren als Schriftstellerin Patricia Highsmith in einer Szene aus "A Talent for Murder" (2026)
Imago
Helen Mirren als Schriftstellerin Patricia Highsmith in einer Szene aus "A Talent for Murder" (2026)
Helen Mirren und Iris Berben, September 2026
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Helen Mirren und Iris Berben, September 2026
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