Ellen Pompeo (56) hat das Gefühl, dass ihre Leistung nie angemessen gewürdigt wurde. Seit über zwei Jahrzehnten steht sie als Meredith Grey im Zentrum von "Grey's Anatomy", und selbst in der 23. Staffel, die ABC aktuell Woche für Woche zeigt, gehört sie noch zum Team. Vor der Kamera taucht sie nur noch gelegentlich auf, doch als Offstimme und ausführende Produzentin prägt sie das Format weiter mit. Gegenüber Variety sieht Ellen den Dauererfolg der Serie auch als Beleg für ihr eigenes Können: "Um eine Serie 20 Jahre lang am Laufen zu halten, muss ich etwas Talent haben, aber ich habe nie die Anerkennung der Kritiker erhalten." Nach so vielen Jahren harter Arbeit wünscht sie sich endlich mehr Anerkennung für dieses Talent.
Die Krankenhausserie entstand vor über zwanzig Jahren unter der Leitung von Shonda Rhimes (56). Die Quoten von einst erreicht sie laut SensaCine längst nicht mehr, und von der ursprünglichen Besetzung sind nur wenige geblieben. Für den Sender zählt "Grey's Anatomy" dennoch zu den tragenden Säulen im Serienprogramm. Lange Zeit verkörperte Ellen die Hauptfigur schlechthin, bevor sie kürzertrat, um auch abseits von Meredith Rollen annehmen zu können. Möglich machte das laut ihrer Schilderung Dana Walden, Kopräsidentin von Disney Entertainment: Ellen sollte der Serie in kleinerem Umfang erhalten bleiben und nebenbei in einem neuen Projekt mitspielen und es produzieren. Dadurch konnte sie in "Good American Family" eine völlig andere Facette zeigen, ohne Meredith ganz hinter sich zu lassen. Die laufende Staffel endet laut SensaCine im ersten Quartal 2027.
Dass Ellen nicht mehr durchgehend im Fokus steht, war schon im Juli sichtbar: Auf dem Gruppenfoto zum Start der Dreharbeiten für Staffel 23 fehlte sie, während unter anderem Chandra Wilson (57), Debbie Allen (76) und James Pickens Jr. (72) posierten. Ihre enge Bindung an die Paraderolle hat Ellens Karriereentscheidungen laut eigener Aussage lange gelenkt. Inzwischen hat sie damit Frieden geschlossen, dass sie kein klassischer Hollywood- oder Kinostar geworden ist. People gegenüber nannte sie sich "Arbeiterin" und "Arbeitsbiene" des Fernsehens, und dass sie nie als Itgirl oder Superstar galt, habe ihr unterwegs sogar geholfen. Als dreifache Mutter blickt sie heute gelassen auf ihren Werdegang zurück.

























