Wenn selbst der Meister des Schreckens seinen Hut zieht, muss etwas ganz Besonderes über die Bildschirme geflackert sein: Bestseller-Legende Stephen King (79) zeigte sich von der düsteren Netflix-Miniserie Rentierbaby, die 2024 erschien, derart eingenommen, dass er dem Phänomen von und mit Richard Gadd (37) eine eigene Kolumne in der Times widmete. Darin schwärmte der Horrorgroßmeister vor allem von der knackigen Kürze der sieben Episoden und zog einen bildhaften Vergleich: Die knappen Folgen glichen "kurzen, schnellen Stichen mit einem sehr scharfen Messer". Also ein echter Geheimtipp für alle, die diesen Hit damals verpasst haben und in der dunklen Jahreszeit den besonderen Nervenkitzel suchen. Allein in den ersten 91 Tagen nach dem Start verbuchte die Serie auf Netflix sagenhafte 84 Millionen Abrufe.
Ein Moment hatte es Stephen besonders angetan: In Episode sechs bricht sich der angestaute Schmerz in einem atemberaubenden Monolog Bahn. Stephen adelte die Szene im Rückblick als "eines der besten Dinge, die ich je im Fernsehen (oder auch im Kino) gesehen habe". Serienschöpfer Richard spielt darin sein eigenes Alter Ego Donny Dunn – einen gescheiterten Londoner Comedian, der nach einem Pub-Gespräch in das Visier der Stalkerin Martha, gespielt von Jessica Gunning, gerät. Während sich das Netz ihrer Obsession enger zieht, holt Donny ein verdrängtes sexuelles Trauma ein. Wer den packenden Nervenkitzel selbst erleben möchte, kann alle sieben Episoden noch immer auf Netflix streamen.
Dass die Serie so tief unter die Haut geht, liegt an ihrer schonungslosen Wahrheit: Richard verarbeitete in den Skripten seine eigenen bitteren Erfahrungen. Donny ist kein glatter Held, sondern ein gebrochener Mensch voller Selbsthass und Zweifel – genau diese Schichten faszinierten auch Stephen so nachhaltig. Für den gefeierten Schöpfer Richard war das Netflix-Debüt jedenfalls erst der Startschuss für eine große TV-Karriere: Im Anschluss drehte er direkt die Miniserie "Half Man". Dieses Nachfolgeprojekt läuft allerdings nicht beim bekannten Streamingriesen, sondern feierte seine Premiere beim Konkurrenten HBO Max.


























