Für Russell Brand (51) wird es vor der Verkündung seines Strafmaßes kein Wiedersehen mit seiner Frau und den Kindern geben. Der Comedian wurde am 5. November in seinem aufsehenerregenden Prozess in London schuldig gesprochen. Ihm wurden sexuelle Übergriffe auf mehrere Frauen vorgeworfen, die sich über einen Zeitraum von zehn Jahren ereignet haben sollen. Wie Sky News berichtet, versuchte sein Anwalt, Russell bis zur Strafmaßverkündung gegen Kaution aus der Haft zu holen. So hätte er sich noch von seiner Frau Laura Gallacher (39) und den drei gemeinsamen Kindern verabschieden können. Die Kinder sind alle noch jung, das älteste hatte erst einen Tag zuvor seinen zehnten Geburtstag gefeiert. Doch Richter Joel Bennathan lehnte den Antrag ab. Er hielt die Fluchtgefahr für zu groß und ordnete an, dass Russell sofort in Haft genommen werde. Am 9. November muss der Schauspieler erneut vor Gericht erscheinen. Dann soll feststehen, wie lange er ins Gefängnis muss.
Russells Verteidiger hatte argumentiert, dass ein letzter Abschied von Frau und Kindern ein "humanitärer Akt" wäre. Doch der Richter ließ dieses Argument nicht gelten. Er befürchtete offenbar, dass sich Russell vor der Verkündung seines Strafmaßes ins Ausland absetzen könnte. Der Comedian besitzt nicht nur ein Haus in England, sondern hatte auch ein Anwesen in Florida gemietet. Dorthin war er 2024 mit Laura und den Kindern gezogen. Laut Richter Bennathan muss Russell angesichts der Schwere der Taten mit einer "beträchtlichen" Haftstrafe rechnen. Rechtsexpertin Sian Harrison erklärte gegenüber Sky News: "Auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass er eine Strafe am obersten Ende erhält, sprechen wir hier von einer beträchtlichen Strafe und wirklich schweren Straftaten." Kirsty Brimelow, Vorsitzende des Bar Council of England and Wales, rechnet mit einer möglichen Gefängnisstrafe von sechs bis neun Jahren. Rein theoretisch könnte Russell sogar eine lebenslange Haftstrafe bekommen. Das gilt allerdings als wenig wahrscheinlich.
Russell weist die Vorwürfe nach wie vor zurück. Zwar räumt er ein, früher zahlreiche wechselnde Sexualpartnerinnen gehabt zu haben. Er beteuert jedoch, dass alle intimen Begegnungen einvernehmlich gewesen seien. Die Frauen, die vor Gericht gegen ihn aussagten, schilderten hingegen verstörende Erlebnisse und sexuelle Handlungen gegen ihren Willen. Noch vor dem Schuldspruch hatte sich Russell während des Prozesses zuversichtlich gezeigt. "Ich fühle mich gesegnet. Natürlich bin ich auch besorgt, aber ich hoffe, dass dieses Verfahren für alle Beteiligten zu einem guten Ausgang führt. Dafür bete ich", erklärte er damals. Diese Hoffnung erfüllte sich für ihn nicht. Seine drei Kinder darf Russell vor der Strafmaßverkündung nun nicht mehr sehen. Genau darum war es bei dem abgelehnten Kautionsantrag gegangen. Nach außen zeigte sich der Schauspieler von der Entscheidung allerdings wenig beeindruckt. Wie Medien berichten, drehte er sich zu seinen Anwälten um und formte mit den Lippen die Worte "Mir geht es gut". Dazu machte er ein Okay-Zeichen und streckte den Daumen nach oben. Auch beim Verlassen des Gerichtssaals wiederholte er mehrfach: "Mir geht es gut, mir geht es gut, mir geht es gut."























