Ein alter Bühnenauftritt von Russell Brand (51) sorgt nach seinem Schuldspruch erneut für Entsetzen. Im Jahr 2013 war der Schauspieler und Comedian zu Gast in "Richard Herring's Leicester Square Theatre Podcast", der vor Livepublikum aufgezeichnet wurde. Zunächst plauderte Russell ganz harmlos über seine Wurzeln in Essex. Er erzählte auch, wie er bei einem alleinerziehenden Elternteil aufgewachsen war. Dann wechselte er unvermittelt das Thema und erklärte: "Oh, ich habe einmal jemanden vergewaltigt!" Im Saal brach Gelächter aus, während Gastgeber Richard Herring offenbar nicht wusste, wie er auf die Aussage reagieren sollte. Russell setzte sogar noch einen Satz hinterher: "Danach habe ich sie getötet." Der wieder aufgetauchte Ausschnitt erhält nun eine besonders verstörende Brisanz. Denn am Donnerstag wurde der Brite wegen einer Vergewaltigung und dreier sexueller Übergriffe schuldig gesprochen. Damit erscheint der damalige vermeintliche Witz mehr als 13 Jahre später in einem völlig neuen Licht.
Vor Gericht musste sich Russell insgesamt sieben Anklagepunkten stellen, die sechs Frauen betrafen. Dabei ging es um drei Vergewaltigungsvorwürfe, drei Vorwürfe sexueller Übergriffe und einen Vorwurf eines unsittlichen Angriffs. Die mutmaßlichen Taten sollen sich zwischen 1999 und 2009 ereignet haben. Einstimmig befanden die Geschworenen den Comedian wegen Straftaten an vier Frauen im Zeitraum von 2004 bis 2009 für schuldig. Darunter ist die Vergewaltigung einer damals 21-Jährigen, die er 2009 nach einem Comedyauftritt im Hammersmith Apollo kennengelernt hatte. Außerdem wurde er wegen sexueller Übergriffe auf eine MTV-Mitarbeiterin in einer Bar im Londoner Stadtteil Soho und auf eine Frau in den Räumen von Choice FM verurteilt. Ein weiterer Schuldspruch betrifft eine Mitarbeiterin von Channel 4, die ihm eine Massage geben musste. Eine Freilassung gegen Kaution lehnte das Gericht ab. Stattdessen kam er in das Gefängnis HMP Wandsworth im Südwesten Londons. Sein Strafmaß soll am Montag verkündet werden.
Wie ein Insider gegenüber The Sun berichtete, soll der Schauspieler vor seiner ersten Nacht hinter Gittern große Angst gehabt haben. "Die erste Nacht in einem Gefängnis ist für jeden wirklich beängstigend – und Brand hatte schreckliche Angst. Es wird für ihn ein gewaltiger Schock sein, und er wird rund um die Uhr überwacht", erklärte die Quelle. Im Gefängnis HMP Wandsworth im Südwesten Londons werde der Schauspieler zunächst getrennt von anderen Insassen untergebracht. Bedienstete sollen ihn dort durchgehend beobachten. Zudem muss er Gefängniskleidung tragen und erhält ein Paket für die erste Nacht. Mit den jüngsten Schuldsprüchen sind die Ermittlungen gegen Russell allerdings noch nicht abgeschlossen. Nach Angaben der Polizei werden parallel Vergewaltigungsvorwürfe zweier weiterer Frauen untersucht. Eine von ihnen soll zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Vorfalls erst 16 Jahre alt gewesen sein. Über diese Anschuldigungen wurde bislang noch nicht vor Gericht entschieden.
























