Helena Fürst (37) ist neuerdings im RTL-Programm als Die Anwältin der Armen zu sehen. In der Sendung, die acht Folgen umfasst, möchte sie Hartz IV-Empfängern zu ihrem Recht verhelfen. Die Ex-Sozialfahnderin und Hartz IV-Expertin kämpft für Menschen, die mit den Anforderungen der Behörden überfordert und Opfer von Behördenwillkür geworden sind.

Doch ist die durchsetzungsstarke Berlinerin dabei überhaupt glaubwürdig? Immerhin stand sie früher für die Sat.1-Dokureihe „Gnadenlos gerecht“ auf der anderen Seite. Für das Format spürte sie Sozialhilfe-Betrüger auf. Nun wechselte sie also auf die Seite der Hartz IV-Bedürftigen und diesen „Meinungswechsel“ halten einige durchaus für fragwürdig und gar heuchlerisch.

Harald Thomé, Berater für Arbeitslosen- und Sozialhilferecht des Tacheles e.V. in Wuppertal, warnt in einem Interview mit der B.Z. regelrecht vor Frau Fürst! Er steht dem Sinneswandel seiner „Kollegin“ ziemlich kritisch gegenüber, denn er nimmt ihr nicht ab, dass sie wirklich mit dem Herzen auf der Seite ihrer neuen Schützlinge steht: „Mit 'Gnadenlos gerecht' hat Helena Fürst ja gezeigt, wo sie steht. Dass sie nun als 'Anwältin der Armen' auftritt, ist nur noch zynisch.“ Er ist überzeugt, Helena Fürst wolle „wieder einmal auf dem Rücken der Armen Profit machen“.

Auch der Vorsitzende des Berliner Arbeitslosenzentrums Frank Steger sieht RTLs neues Format eher skeptisch: „Bei solchen Sendungen drängt sich schnell der Verdacht auf, dass mit dem Schicksal von Hartz IV-Empfängern einfach Unterhaltung gemacht wird."

Natürlich soll mit Helena Fürsts Sendung Unterhaltung gemacht werden. Aber vielleicht kann die Expertin ja gleichzeitig den Menschen, die bereit sind, in der Sendung ihr Los zu zeigen, helfen. Was glaubt ihr? Kann sie aufgrund ihrer Erfahrungen als Sozialfahnderin besonders gut helfen oder ist Helena Fürst einfach nur unglaubwürdig?


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