Marius Borg Høiby nennt sich selbst "ein Monster"

Marius Borg Høiby nennt sich selbst "ein Monster"

- Michelle Hinz
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Der Prozess gegen Marius Borg Høiby (29) geht nun in seine siebte und finale Woche vor dem Oslo tingrett. Im Verfahren gegen den Sohn der Kronprinzessin fand Staatsanwalt Sturla Henriksbø nun klare Worte und widersprach dabei der jüngsten Aussage des 29-Jährigen. Dieser hatte in seiner letzten Erklärung laut VG gesagt: "Ich bin nicht mehr Marius, ich bin ein Monster. Ich bin das Objekt des Hasses eines ganzen Landes." Sturla Henriksbø stellte im Gerichtssaal jedoch klar, dass er Marius zwar nicht für ein "Monster" halte, ihn aber dennoch für seine Taten zur Verantwortung ziehen wolle. Wie die Bild-Zeitung berichtet, verfolgten im Publikum auch Influencerin Nora Haukland sowie drei weitere mutmaßlich Betroffene die Plädoyers in Oslo.

Die Anklagen gegen Marius stützen sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf Videos, Textnachrichten, Zeugenaussagen sowie ausgewertete Telefondaten. "Wir haben hier einen Mann erlebt, der sich nimmt, was er will. Und der nicht unbedingt darauf bedacht ist, bei einer Party bei dem Mädchen, das auf seinem Schoß sitzt, nachzufragen, ob es ihr recht ist, dass er sie berührt", zitierte Bild aus dem Plädoyer von Sturla Henriksbø. Zu zentralen Punkten der Anklagen zählen mehrere Fälle, in denen Frauen im Schlaf sexuell missbraucht worden sein sollen. Da einige der mutmaßlichen Taten vor dem neuen norwegischen Einwilligungsgesetz lagen, wird der Fall nach der älteren Rechtslage beurteilt. Die Staatsanwaltschaft sieht in den geschilderten Ereignissen ein wiederkehrendes Muster aus Kontrolle, Eskalation und Einschüchterung.

Besonders Marius' Beziehung zu Nora Haukland spielte im Prozess eine zentrale Rolle. Die Verteidigung hatte angedeutet, Nora könne als Influencerin von der öffentlichen Aufmerksamkeit profitieren. Staatsanwalt Henriksbø wies diese Darstellung nun jedoch entschieden zurück und zog laut der Bild-Zeitung einen Vergleich zur Französin Gisèle Pelicot, die nach jahrelangen Vergewaltigungen durch ihren Ehemann öffentlich Stellung bezogen hatte. Dabei verwies er auf deren bekannte Aussage, dass "die Scham die Seiten wechseln muss." Nun bleibt abzuwarten, wie das Verfahren für Marius endet. Am Dienstag will der Staatsanwalt ein Strafmaß fordern, wobei Marius bis zu 15 Jahre Haft drohen.

Gerichtszeichnung: Marius Borg Hoiby während des Prozesses im Osloer Bezirksgericht
Imago
Gerichtszeichnung: Marius Borg Hoiby während des Prozesses im Osloer Bezirksgericht
Marius Borg Høiby im Juni 2016
Imago
Marius Borg Høiby im Juni 2016
Zeichnung von Marius Borg Hoiby im Prozess im Osloer Bezirksgericht, erstellt von Ane Hem
Imago
Zeichnung von Marius Borg Hoiby im Prozess im Osloer Bezirksgericht, erstellt von Ane Hem