Staatsanwaltschaft zieht Anklage gegen Marius Høiby zurück

Staatsanwaltschaft zieht Anklage gegen Marius Høiby zurück

- Michelle Hinz
Lesezeit: 2 min

Der Prozess gegen Marius Borg Høiby (29) geht in Oslo in die entscheidende Phase – und kurz vor dem Abschluss gibt es nun eine überraschende Wendung. In der siebten und letzten Verhandlungswoche ließ die Staatsanwaltschaft einen der Anklagepunkte fallen. Dabei geht es um einen nächtlichen Anruf Anfang September 2024, bei dem Marius trotz Kontaktverbots seine Ex-Freundin aus dem Osloer Stadtteil Frogner von einer unterdrückten Nummer aus angerufen haben soll. Wie das norwegische Portal VG berichtet, kündigte Staatsanwalt Andreas Kruszewski nun an, für genau diesen Vorwurf einen Freispruch zu beantragen.

Der betreffende Anklagepunkt war laut Ekstra Bladet während der Verhandlung mehrfach diskutiert worden. Marius selbst hatte den Anruf als Versehen bezeichnet und erklärt, dass er grundsätzlich immer mit unterdrückter Nummer telefoniere. Zudem wurde der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52) in seiner Erklärung von Zeugen unterstützt. Die Staatsanwaltschaft wird nun am Dienstag ihre Forderungen zum Strafmaß für die verbleibenden Anklagepunkte vorlegen. Zu diesen zählen weiterhin schwerwiegende Vorwürfe wie Vergewaltigung und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, die jeweils mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden könnten.

Die Ermittlungen gegen Marius hatten bereits im Jahr 2024 begonnen, nachdem es in einer Wohnung im noblen Osloer Stadtteil Frogner zu einer eskalierten Auseinandersetzung gekommen war. Danach häuften sich die Vorwürfe, und inzwischen umfasst der Fall neun mutmaßliche Opfer, darunter mehrere Frauen aus dem privaten Umfeld des 29-Jährigen. Vor Gericht hatte Marius zuletzt eine emotionale Erklärung abgegeben und über die Belastungen durch den Prozess gesprochen. "Diese Sache war mit Abstand das Stressigste, das ich jemals in meinem Leben erlebt habe", sagte er laut VG. "Ich bin nicht mehr Marius, ich bin ein Monster. Ich bin das Objekt des Hasses eines ganzen Landes."

Gerichtszeichnung von Marius Borg Høiby am ersten Prozesstag vor dem Bezirksgericht Oslo
Getty Images
Gerichtszeichnung von Marius Borg Høiby am ersten Prozesstag vor dem Bezirksgericht Oslo
Marius Borg Høiby, 2022
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Marius Borg Høiby, 2022
Gerichtszeichnung: Marius Borg Hoiby am ersten Prozesstag im Bezirksgericht Oslo
Imago
Gerichtszeichnung: Marius Borg Hoiby am ersten Prozesstag im Bezirksgericht Oslo