Neuer Ärger im Rechtsstreit zwischen Jan Böhmermann (36) und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan (63). Im vergangenen Jahr rezitierte der Satiriker in seiner Show "Neo Magazin Royale" ein sogenanntes Schmähgedicht über den Politiker. Sexuelle Anspielungen und Kritik an seiner Arbeit wollte das Staatsoberhaupt allerdings nicht hinnehmen und leitete rechtliche Schritte ein. Mittlerweile dürfen nur noch wenige Teile des Gedichts öffentlich vorgetragen werden, doch auch dagegen will sich Erdogan nun zur Wehr setzen.

Das Landgericht Hamburg hatte im Mai 2016 eine einstweilige Verfügung gegen Böhmermann erlassen, nach der die meisten Passagen seines Werks unzulässig seien. Das bestätigte auch ein finales Gerichtsurteil im vergangenen Februar. Da der TV-Star allerdings nach wie vor argumentiert, dass es sich nur um Satire handele, ging er dagegen bereits in Berufung. Der türkische Präsident legte daraufhin laut Spiegel Online eine Anschlussberufung ein. Über seinen Anwalt wirft er Böhmermann Rassismus und Beleidigung vor.

Die aktuell noch erlaubten sechs Zeilen des Gedichts wolle Erdogan auch verbieten lassen. Seiner Ansicht nach sei es keine Satire, die unter die Kunstfreiheit fällt. Nach Aussage des Anwalts des Politikers bestünden Zweifel daran, "ob all das, was das Landgericht als zulässig angesehen hat, auch zulässig ist". Das Gericht kann den Fall nun als mündliche Verhandlung noch einmal aufrollen oder per Beschluss entscheiden.

Recep Tayyip Erdogan, türkisches Staatsoberhaupt
Getty Images / Dan Kitwood
Recep Tayyip Erdogan, türkisches Staatsoberhaupt
Jan Böhmermann, Moderator
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Jan Böhmermann, Moderator
Jan Böhmermann, "Neo Magazin Royale"-Moderator
Getty Images / Andreas Rentz
Jan Böhmermann, "Neo Magazin Royale"-Moderator
Sollte Jan Böhmermann sein Gedicht komplett verbreiten dürfen?590 Stimmen
143
Nein, das war einfach zu beleidigend!
447
Ja, auf jeden Fall!


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